Piñera gelingt in Chile das Comeback | Aktuell Amerika | DW | 17.12.2017
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Präsidentschaftswahlen in Chile

Piñera gelingt in Chile das Comeback

Chiles konservativer Ex-Präsident Sebastian Piñera kehrt an die Staatsspitze zurück. Der Unternehmer und Milliardär setzte sich in der Stichwahl um das Präsidentenamt klar gegen den Journalisten Alejandro Guillier durch.

Sebastian Pinera gewinnt Präsidentschaftswahl (Getty Images/AFP/M. Bernetti)

Wahlsieger: Sebastian Piñera nebst Gattin

Wie die Wahlkommission in Santiago de Chile mitteilte, erzielte Sebastian Piñera 54,6 Prozent der Stimmen, sein Konkurrent Alejandro Guillier kam auf 45,4 Prozent. Damit wird Piñera Mitte März kommenden Jahres die sozialistische Staatschefin Michelle Bachelet ablösen. Guillier räumte seine "schmerzhafte Niederlage" ein und gratulierte Piñera zum Wahlsieg. Auch Bachelet wünschte ihm in einem über Fernsehen übertragenen Telefongespräch Erfolg für seine Präsidentschaft. 

Der 68 Jahre alte Piñera trat für das Rechtsbündnis "Chile vamos" (etwa: Chile vorwärts) an. Im Wahlkampf präsentierte er sich als "Kandidat der Einheit und der Mittelklasse" und ging auf Distanz zur Militärdiktatur von General Augusto Pinochet (1973-1990), der unter Chiles Rechten noch immer viele Bewunderer hat. Nach den Regierungsjahren der linksgerichteten Bachelet strebt Piñera nach eigenen Angaben eine wirtschaftsfreundliche Neuausrichtung Chiles an.

Bachelet, Piñera, Bachelet, Piñera

Piñera war Bachelets Vorgänger und auch schon einmal ihr Nachfolger an der Spitze der chilenischen Regierung: Er war von 2010 bis 2014 im Amt, sie von 2006 bis 2010 und wieder seit 2014. Die chilenische Verfassung verbietet zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten, nicht aber eine Wiederwahl nach einer Pause von mindestens einer Amtszeit.

Alejandro Guillier (picture alliance/dpa/AP/L. Hidalgo)

Wahlverlierer: Alejandro Guillier

Guillier (64) hatte für die Fortsetzung der unter Bachelet in ihrer zweiten Amtszeit eingeleiteten gesellschaftspolitischen Reformen in dem konservativ geprägten Land geworben. Die Präsidentin hatte zuletzt unter anderem eine Lockerung des jahrzehntelangen strikten Abtreibungsverbots durchgesetzt und einen Gesetzentwurf zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen vorgelegt.

Konservativer Umschwung

Nach der Amtsübernahme des Präsidenten Michel Temer in Brasilien und der Wahl von Mauricio Macri in Argentinien hat sich mit der Wahl Piñeras der konservative Umschwung in den größten Ländern Südamerikas bestätigt. Mit der Amtsenthebung der brasilianischen Staatschefin Dilma Rousseff und dem Abgang von Cristina Fernández de Kirchner (Argentinien) sowie von Bachelet in Chile werden dann alle Länder Südamerikas wieder von Männern regiert.

wa/rk (rtr, ap, afp)

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