Philippinischer Präsident Duterte bricht in China offen mit den USA | Aktuell Asien | DW | 20.10.2016
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Neues Bündnis in Südostasien

Philippinischer Präsident Duterte bricht in China offen mit den USA

Die außenpolitische Kehrtwende hatte sich wiederholt angedeutet: Der Präsident der Philippinen, Rodrigo Duterte, erklärt bei seinem Besuch in Peking die "Trennung" vom langjährigen Verbündeten USA.

Nicht nur der Streit um Territorien im Südchinesischen Meer soll beigelegt werden, die Philippinen wechseln im Verhältnis zu China und den USA komplett die Seiten: Präsident Rodrigo Duterte verkündete in Peking (Artikelfoto) offiziell den Bruch seines Landes mit dem langjährigen Partner. Vor Vertretern von Regierung und Wirtschaft erklärte Duterte die "Trennung" von dem bisherigen Verbündeten. Er vollzog damit radikal die schon mehrfach angedeutete außenpolitische Wende. "Ich werde nicht mehr nach Amerika reisen. Wir werden dort nur beleidigt", sagte der 70-Jährige. Deshalb sei es Zeit für einen Abschied.

China sei hingegen immer ein Freund der Philippinen gewesen und man habe tiefe gemeinsame Wurzeln, meinte Duterte bei einem Treffen mit Präsident Xi Jinping in der Hauptstadt. Der wiederum nannte das Treffen einen "Meilenstein". Bei dem Besuch Dutertes wird mit umfangreichen Abkommen über Wirtschaft und Handel gerechnet.      

Obama ließ Treffen mit Duterte platzen

Die Beziehungen zur Regierung in Washington sind unter anderem wegen Differenzen über Menschenrechte angespannt. So hatte US-Präsident Barack Obama unlängst das erste geplante Treffen mit Duterte platzen lassen, nachdem ihn Duterte als "Hurensohn" beschimpft hatte. Die Regierung in Manila äußerte daraufhin ihr Bedauern. Duterte erklärte, er habe auf Berichte über bevorstehende Belehrungen Obamas über außergerichtliche Hinrichtungen in dem südostasiatischen Inselstaat reagiert. Duterte steht etwa in der Kritik, weil sich die Zahl der im Zusammenhang mit Drogenkriminalität getöteten Menschen seit seiner Amtseinführung im Frühsommer drastisch erhöht hat.

Nach dem Treffen von Xi und Duterte verlautete von Pekinger Diplomaten, man habe einen Dialog vereinbart, um den Konflikt um Territorialansprüche im Südchinesischen Meer friedlich beizulegen. Beobachter sprachen von einem politischen Erfolg Chinas. 

SC/sti (APE, rtr, afpe)

 

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