Philippinische Armee befreit 116 Zivilisten | Aktuell Asien | DW | 17.09.2013
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Aktuell Asien

Philippinische Armee befreit 116 Zivilisten

Die Offensive der philippinischen Armee gegen muslimische Rebellen der Nationalen Befreiungsfront der Moros zeigt Wirkung: Nach eigenen Angaben hat die Armee mehr als hundert Zivilisten aus der Hand der Rebellen befreit.

In den vergangenen 18 Stunden hätten "116 Menschen gerettet werden können", weil die philippinischen Bodentruppen rund um die südliche Hafenstadt Zamboanga "Druck" auf die muslimischen Rebellen ausgeübt hätten. Das gab ein Armeesprecher bekannt. Die befreiten Männer, Frauen und Kinder standen unter Schock. Sie wurden mit Bussen in eine Schule gebracht, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die Nationalen Befreiungsfront der Moros (MNLF) hatte zuvor Teile Zamboangas unter ihre Kontrolle gebracht und Zivilisten als Geiseln genommen. Seit einer Woche verbarrikadieren sich Muslime in mehreren Stadtvierteln. Ausgelöst wurde die Widerstandsaktion nachdem Sicherheitskräfte einen geplanten Demonstrationszug von Rebellen der Separatistenbewegung MNLF aufgehalten hatten.

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Geiseldrama auf den Philippinen dauert an (11.09.2013)



Rebellen gewinnen an Boden
67.000 Anwohner seien in den vergangenen Tagen aus der Gegend geflohen, berichtete der Katastrophenschutz. Die Rebellen hätten Häuser angezündet, um einen Vormarsch der Armee zu stoppen. Am Montag hatten die Streitkräfte eine Offensive gegen die Aufständischen gestartet. Dabei flogen sie auch Luftangriffe.

Zunächst war es gelungen, die Rebellen in der Gegend zurückzudrängen. Viele von ihnen flohen in die umliegenden Dörfer. Inzwischen hätten die Aufständischen weiter an Boden verloren, sagte ein Armeesprecher. Bei gewaltsamen Übergriffen der Aufständischen und Kämpfen mit Sicherheitskräften wurden bisher mehr als 60 Menschen getötet, unter ihnen vier Zivilisten. Fast 70.000 Einwohner sind nach Behördenangaben bereits vor den tagelangen Gefechten aus der Stadt geflohen.

Kampf für Unabhängigkeit
Die MNLF hatte in den 1970er Jahren in dem mehrheitlich katholischen Land ihren Kampf für die Unabhängigkeit der Muslime im Süden aufgenommen. In einem Abkommen aus dem Jahr 1996 gab sie die Forderung nach Unabhängigkeit zugunsten von mehr Autonomie auf.

Die MNLF will mehr Autonomie für die muslimischen Regionen im Süden der überwiegend katholischen Philippinen. Sie hatte 1996 mit der Regierung Frieden geschlossen, wirft den Behörden aber vor, das Abkommen zu missachten und die Gruppe auszugrenzen. Im vergangenen Jahr stimmte die Regierung einer autonomen Zone für Muslime auf Mindanao zu. Sie soll bis 2016 verwirklicht werden.

nem/li (afp, dpa)

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