Philippinen suspendieren Militärpatrouillen mit den USA | Aktuell Asien | DW | 07.10.2016
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Südchinesisches Meer

Philippinen suspendieren Militärpatrouillen mit den USA

Mit der Aussetzung gemeinsamer Patrouillen im umstrittenen Südchinesischen Meer verschärfen die Philippinen den Streit mit den USA - und legen noch einmal nach.  

Eigentlich sind die USA und die Philippinen enge Verbündete. Und im Streit mit China braucht Manila Rückendeckung. Doch nun erklärte Verteidigungsminister Delfin Lorenzana, Manila werde gemeinsamen Patrouillen im Südchinesischen Meer aussetzen. Über das Ende der Einsätze seien die US-Amerikaner bereits informiert. Die Philippinen und China streiten um Inseln im Südchinesischen Meer, die für die Fischerei und die Rohstoffgewinnung interessant sind. Eine Entscheidung des internationalen Schiedshofes zugunsten Manilas wird von Peking nicht anerkannt.

Das philippinische Militär sei zudem nicht auf Finanzhilfen der USA angewiesen, sagte Lorenza. "Wir können ohne diese Hilfe leben." Bisher habe der Inselstaat jährlich 30 Millionen Dollar Militärhilfe erhalten. Die Mittel werde man stattdessen beim eigenen Kongress anfordern, sagte Lorenzana. Er stimme den Aussagen des philippinischen Außenministers Perfecto Yasay zu, der den USA am Donnerstag Versagen auf den Philippinen vorgeworfen hatte.

Philippinen Präsident Rodrigo Duterte (picture alliance/dpa/C. Ebrano)

Präsident Rodrigo Duterte

Lange habe das philippinische Militär von den USA "nur abgetragene Sachen, keine neue Ausrüstung" erhalten, so Lorenzana weiter. "Die Amerikaner sind darin gescheitert, unsere Kapazitäten so auszubauen, dass wir mit dem mithalten können, was in der Region geschieht." Präsident Rodrigo Duterte hatte am Donnerstag gesagt, die Philippinen würden bei den USA oder der Europäischen Union nicht "um Unterstützung betteln". Beide Seiten hatten Dutertes aggressiven Drogenkrieg mit Fällen fragwürdiger Tötungen kritisiert.

Risse im Verhältnis

Unter Duterte hat das gute Verhältnis zu den USA Risse bekommen. Duterte nannte den US-Präsidenten Barack Obama gleich zu Anfang seiner Amtszeit einen "Hurensohn", der "zur Hölle fahren" solle. Washingtons Kritik an außergesetzlichen Erschießungen von Verdächtigen im Drogenkrieg der Philippinen weist Duterte aggressiv zurück.

Seit Dutertes Amtsantritt Ende Juni wurden nach Angaben der Polizei bei außergerichtlichen Tötungen im Drogenkrieg bereits mehr als 3000 Menschen getötet. Ein Drittel davon starb bei Anti-Drogen-Einsätzen der Polizei, die anderen unter ungeklärten Umständen.

Im Land selbst haben die Bürger kaum Probleme mit Dutertes Vorgehen. In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage gaben 84 Prozent der 1200 Befragten an, "sehr" oder "überwiegend zufrieden" mit Dutertes Kampf gegen den Rauschgifthandel zu sein.

stu/mak (afp, dpa)

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