Petersen - ein Sympathieträger im Fokus | FIFA WM 2018 in Russland | DW | 25.05.2018
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WM 2018

Petersen - ein Sympathieträger im Fokus

Die DFB-Elf bereitet sich in Südtirol auf die WM vor. Im vorläufigen Kader ist auch Nils Petersen. Der Stürmer kämpft um ein Flugticket nach Russland und um einen Platz im Panini-Heft. Aus Eppan berichtet Thomas Klein.

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Im Blickpunkt: Löws "Joker" Nils Petersen

Besonders nervös schien der kleine Arthur nicht zu sein als er von Jens Grittner, dem Pressesprecher des DFB, gebeten wurde aufzustehen, um seine Frage zu stellen. Der sieben Jahre alte Verteidiger vom FT Starnberg wollte von Nils Petersen gerne wissen, ob der Stürmer es schlimm finden würde nicht im Panini-Album abgebildet zu sein. Petersen grinste, die anwesenden Journalisten im Medienzentrum in Eppan klatschten Beifall. "Super Frage", entgegnete der 29-Jährige.

"Nein, natürlich ärgere ich mich nicht darüber. Es würde mich aber natürlich freuen, wenn ich irgendwann einmal mit dabei wäre, aber das war jetzt alles etwas überraschend. Ich hoffe, dass ich noch ein bisschen Teil dieser Mannschaft bleiben darf und dann schaffe ich es vielleicht irgendwann mal in so ein Panini-Heft." Eine Selbstverständlichkeit, dass der DFB-Stürmer dem Nachwuchs-Verteidiger aus Starnberg nach der Pressekonferenz noch schnell ein Autogramm gab, bevor er wieder verschwand.

Drei Anrufe in Abwesenheit

Es war der erste mediale Auftritt von Petersen nach seiner überraschenden Nominierung für den vorläufigen WM-Kader. Zahlreiche Medienvertreter waren demnach gekommen und wollten wissen, wo der Freiburger den Anruf von Bundestrainer Joachim Löw entgegen genommen hatte. "Ich war gerade mit den Freiburger Jungs essen", sagt er und gab dann zu: "Es waren drei Anrufe in Abwesenheit, da hatte ich schon ein schlechtes Gewissen und habe gehofft, dass er in dieser Zeit nicht noch jemand anderes angerufen hat."

 

Hatte der Bundestrainer natürlich nicht, denn Löw hält viel von Petersen und hatte ihn schon die ganze Saison im Auge behalten. "Manchmal ist es auch ganz gut, wenn man so ein Ass aus dem Ärmel zieht und nicht alle Gegner alles über jeden Spieler wissen", erklärte Löw. "Ein Überraschungsmoment kann dann manchmal auch ganz gut sein." Besonders schätze der Weltmeister-Trainer die "Joker-Eigenschaften" seines Spielers.

Petersen auf den Spuren von Löw

Petersens Abschluss-Qualitäten sind beachtlich. Bisher hat der Goalgetter 20 Tore in der Bundesliga geschossen, wenn er von der Bank kam. Das ist in der Bundesliga-Historie bis heute einzigartig. Aber auch, wenn der 29-Jährige in der Startelf des SC Freiburg stand, erfüllte er seine Aufgabe zuletzt zielsicher. "Die Entwicklung, die Nils genommen hat, ist mehr als sensationell. 15 Tore in Freiburg zu schießen ist ja mindestens so viel wert, wie 30 Tore bei den Bayern. In Freiburg bekommt man viel weniger Chancen", erklärte Nils' Vater Andreas im Interview mit "Sportbuzzer.de". Doch damit nicht genug. Petersen belegt mit insgesamt 64 erzielten Toren für den Sportclub den zweiten Platz in der Klub-Historie. Angeführt wird diese Statistik von Joachim Löw, der in den 1980er Jahren für die Freiburger auf Tore-Jagd gegangen war.

"Ich bin super aufgenommen worden"

Italien Eppan Trainingslager Nationalmannschaft - Nils Petersen und Joachim Löw (picture-alliance/GES/M. I. Güngör)

Nils Petersen (l.) gibt alles im Training - Bundestrainer Joachim Löw hat ihn dabei genau im Auge

Petersen, der alle Jugendmannschaft des DFB durchlaufen hatte, musste lange auf den erlösenden Anruf des Bundestrainers warten. Doch nach seinem positiven Auftritt bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro vor zwei Jahren und seinen Leistungen im Verein, war es nun endlich soweit. Die Freude darüber ist dem Angreifer bei jedem Schritt anzusehen. Er fühle sich sehr wohl im Kreise der Nationalmannschaft und sei "super aufgenommen" worden.

Doch ein Ticket nach Russland hat er noch nicht sicher. Im Trainingslager muss er sich nun beweisen. Das ist keine leichte Aufgabe, denn seine Mit-Bewerber um einen WM-Platz haben ebenfalls gute Argumente. "Timo Werner ist ein ganz anderer Spielertyp als ich, er hat eine ganz andere Schnelligkeit. Mario hat unglaublich viel Erfahrung, hat eine unglaubliche Torquote und eine große Präsenz im Strafraum", lobt Petersen seinen direkten Konkurrenten Gomez und ergänzt: "Aber auch ich weiß, wo man im Strafraum stehen muss."

Petersen - der Schlüssel zur Titelverteidigung?

Selbstbewusst, treffsicher, lernbereit und geduldig - viele von Petersens Eigenschaften gefallen dem Bundestrainer und dürften dem Stürmer auch dabei helfen, der DFB-Elf in Russland bei der Titelverteidigung entscheidend zu helfen. "Es ist dabei wichtig, geduldig zu bleiben", sagt der Nationalspieler. "Man muss darauf vorbereitet sein, dass man auch in kurzer Zeit noch etwas bewirken kann." Knapp zwei Wochen hat der Stürmer nun Zeit den Bundestrainer von seinen Qualitäten zu überzeugen. Wenig Zeit, aber genau da liegt ja Petersens Stärke.

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