Parteien kämpfen bis zuletzt um unentschlossene Wähler | Aktuell Deutschland | DW | 21.09.2013
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Aktuell Deutschland

Parteien kämpfen bis zuletzt um unentschlossene Wähler

Rund 61 Millionen Bürger sind aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen. Damit auch die Unentschlossenen ihr Kreuz an der "richtigen" Stelle machen, warben Spitzenpolitiker noch bis zum Schluss um Stimmen.

Die Spitzenpolitiker der Parteien haben einen Tag vor der Bundestagswahl noch versucht, Wähler zu gewinnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach zunächst in Berlin und hatte anschließend ihren letzten Wahlkampfauftritt in ihrem Wahlkreis in Stralsund. Ihr Herausforderer, SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, betrat in Frankfurt am Main die Bühne. Er will am Wahlsonntag, nachdem er seine Stimme abgegeben hat, noch Wahlkampf in seinem Wohnort Bonn machen.

Steinbrück: In "28 Stunden" ist ein Wechsel möglich

Vor rund 7000 Zuhörern der "Klartext"-Veranstaltung machte der SPD-Kanzlerkandidat auf dem Frankfurter Römerberg Stimmung gegen Schwarz-Gelb: "Noch 28 Stunden" dann könne in Berlin "die tatenloseste, rückwärtsgewandteste, zerstrittenste, aber trotzdem vollmundigste Bundesregierung seit der Wiedervereinigung" der Vergangenheit angehören. Steinbrück trat gemeinsam mit dem hessischen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Thorsten Schäfer-Gümbel, auf. Die Hessenwahl findet wie die Bundestagswahl am Sonntag statt.

Peer Steinbrück steht auf einer runden Bühne auf dem Römerberg in Frankfurt am Main und spricht vor Anhängern der SPD (Foto: REUTERS)

Peer Steinbrück auf dem Römerberg in Frankfurt am Main

Merkel wirbt um beide Stimmen

Kanzlerin Merkel hingegen ignorierte ihren Herausforderer Steinbrück sowohl auf der Abschlussveranstaltung der CDU in Berlin als auch anschließend bei ihrem letzten Wahlkampfauftritt in ihrem Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern. Stattdessen warb Merkel um die unentschlossenen Wähler, sie betonte außerdem die Leistungen ihrer Regierung und bekräftigte, sie wolle die Koalition mit der FDP fortsetzen. In Stralsund machte die Kanzlerin gleichzeitig aber deutlich, dass die CDU keine Stimme zu verschenken habe. Die CDU/CSU brauche die Erst- und die Zweitstimme, um sie als Kanzlerin mit einem starken Mandat auszustatten, sagte Merkel vor 2000 Anhängern.

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Letzte Wahlkampfauftritte vor dem Show-Down

FDP, Linke und Grüne

Die FDP hingegen setzt auch im Endspurt weiter auf eine Zweitstimmenkampagne zulasten der Union. Bundesaußenminister Guido Westerwelle appellierte bei der bundesweiten Abschlusskundgebung der FDP in Düsseldorf an die Bürger, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, demonstrierte beim offiziellen Wahlkampfhöhepunkt der Grünen in Berlin trotz schlechter Umfragewerte Zuversicht: Noch sei "überhaupt nichts entschieden", sagte sie.

Gregor Gysi, der Spitzenmann der Linken absolvierte seinen letzten Auftritt vor der Wahl in Brandenburg an der Havel.

Wie stehen die Chancen?

Merkels Wunschbündnis Schwarz-Gelb liegt in den Umfragen derzeit knapp vor dem Oppositionslager. Die Umfragewerte der CDU liegen derzeit bei etwa 40 Prozent. Die FDP muss hingegen laut Umfragen um ihren Einzug in den Bundestag fürchten. Als sicher gilt hingegen, dass die Linkspartei den Einzug ins Parlament schaffen wird. Von den Außenseitern hat noch am ehesten die Euro-kritische Alternative für Deutschland (AfD) eine geringe Chance, über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen. Die Piraten liegen in den Umfragen derzeit deutlich unter fünf Prozent.

nem/haz (dpa, afp)

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