Paris angespannt wegen Seine-Hochwasser | Aktuell Europa | DW | 28.01.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Naturgewalten

Paris angespannt wegen Seine-Hochwasser

Seit Tagen steigt in Frankreich der Wasserstand der Seine. In Paris wurde ein Krankenhaus vorsorglich teilweise evakuiert. Auch im Louvre ist man alarmiert. Und der Höchststand ist noch nicht erreicht.

Im Großraum der französischen Hauptstadt mussten nach Polizeiangaben etwa tausend Menschen ihre Wohnungen verlassen, fast 1500 Haushalte waren ohne Strom. Im südlich gelegenen Vorort Villeneuve-Saint-George waren die Straßen überflutet, so dass einige Anwohner mit Booten unterwegs waren. Nach Behördenangaben hat die Flut bereits in 240 Städten und Gemeinden Schäden angerichtet.

Drei Personen in einem Ruderboot, daneben ein Auto halb im Wasser (Foto:Reuters)

Im Vorort Villeneuve-Saint-George mussten Bewohner schon am Freitag vom Auto aufs Boot umsteigen

In einer Klinik im Nordwesten von Paris wurden 86 Patienten in Sicherheit gebracht, während im Stadtzentrum Keller vollliefen. Wegen Überflutung kam der Verkehr auf einigen Uferstraßen zum Erliegen. In Paris dürfen bis auf Rettungsboote keine Schiffe mehr fahren. Die Polizei warnte erneut davor, in der Seine zu baden oder mit dem Kanu zu fahren, da dies "verboten und extrem gefährlich" sei.

Ein Baum ragt aus dem Wasser, im Hintergrund eine Brücke (Foto: Getty Images)

Die Polizei warnt davor, in der Seine zu baden oder Boot zu fahren

Auch sieben Pariser Bahnhöfe der stark genutzten Vorortbahn RER C bleiben bis mindestens Mittwoch gesperrt. Die Museen in Flussnähe wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Das weltberühmte Kunstmuseum Louvre schloss vorsorglich bis mindestens Montag das Untergeschoss, in dem islamische Kunst untergebracht ist.

Höchststand fast erreicht

Den Höchststand in Paris mit 5,95 Metern, mehr als vier Metern über dem üblichen Pegel, erwartet der Hochwasser-Informationsdienst Vigicrues in der Nacht zum Montag. Dann wird das Hochwasser allmählich zurückgehen. Doch die Rückkehr zur Normalität kann Wochen dauern, wie die regionale Umweltbehörde mitteilte.

Eine überflutete Straße unter eine Unterführung, im Hintergrund der Eiffelturm (Foto: Picture Alliance)

Schon seit Tagen sind ufernahe Straßen überschwemmt, wie diese Aufnahme von Mittwoch zeigt

Grund für das Hochwasser sind die ungewöhnlich starken Regenfälle der vergangenen Wochen. Mit dem erwarteten Scheitelpunkt von 5,95 Metern bliebe das Hochwasser aber niedriger als das von 2016, als ein Höchststand von 6,10 Metern gemessen wurde. Damals kamen vier Menschen wegen der Fluten ums Leben, 24 wurden verletzt. Der historische Höchststand der Seine von 8,62 Metern wurde im Jahr 1910 in Paris gemessen. Damals wurden insgesamt 50.000 Häuser in der Innenstadt und in Vororten überschwemmt.

Die französische Nachrichtenagentur AFP verbreitete auf Twitter historische Aufnahmen von früheren Hochwassern der Seine, wie die Fotografie einer Frau, die 1955 nahe Paris mit einem Kanu beim Metzger einkaufte.

ust/WW (afp, ap, dpa)

Die Redaktion empfiehlt