Paralympics: Eskau und Fleig holen Gold | Aktuell Asien | DW | 16.03.2018
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Biathlon

Paralympics: Eskau und Fleig holen Gold

Erst setzte Andrea Eskau mit ihrer achten paralympischen Goldmedaille ihre unglaubliche Erfolgsgeschichte fort, dann beendete Martin Fleig den acht Jahre andauernden "Männer-Fluch" im deutschen Biathlon-Team.

Andrea Eskau an der Ziellinie (Reuters/OIS/IOC/S. Bruty)

Andrea Eskau an der Ziellinie

Innerhalb einer halben Stunde haben Andrea Eskau und Martin Fleig im Biathlon Deutschland zwei weitere große Momente bei den Paralympics in Pyeongchang beschert. Die 46-Jährige Eskau vom USC Magdeburg triumphierte in der sitzenden Klasse über 12,5 km mit 18,8 Sekunden Vorsprung vor der Amerikanerin Oksana Masters. Eskau blieb ohne Schießfehler. Fleig siegte über 15 km ebenfalls in der sitzenden Klasse nach fehlerloser Vorstellung mit 45,5 Sekunden vor dem Amerikaner Daniel Cnossen.

"Wenn's funkt, dann funkt's. Es läuft fast von alleine. Das ist ein Traum, es geht alles auf", sagte Eskau nach ihrer zweiten Goldmedaille in Pyeongchang strahlend. 

Fühlt sich traumhaft: Martin Fleig (Reuters/C. Recine)

Fühlt sich traumhaft: Martin Fleig

Auch Fleig war nach seiner ersten Paralympics-Medaille glückselig. "Im Moment denke ich nur, dass ich jeden Moment aufwache und es ist nur ein Traum. Das ist genial", sagte der 28-Jährige aus Freiburg. Als er auf die Anzeigetafel geschaut habe, dachte er zunächst, "dass ich im falschen Film bin". War er nicht.

So ganz nebenbei rettete Fleig auch die deutsche Männerehre. Die hatten zuletzt vor acht Jahren in Vancouver durch Gerd Schönfelder eine Paralympics-Medaille geholt. In Sotschi 2014 waren alle 15 Medaillen auf das Konto der Frauen gegangen. Auch in Pyeongchang hatte es zunächst 13-mal Edelmetall durch Frauen gegeben, ehe Fleig den Bann brach. 

"Jetzt ist der Männer-Fluch gebannt. Und Gold ist das I-Tüpfelchen", sagte der Chef de Mission, Karl Quade. "Von uns haben sie sich nichts anhören müssen. Wir haben das nie zum Thema gemacht", versicherte Quade zwar: "Aber es ist natürlich schön, dass jeder gesehen hat, dass es in Deutschland auch Männer gibt, die Gold gewinnen können." 

Deshalb sei sein Sieg "umso schöner", sagte Fleig. Aber Deutschland habe eben "einfach starke Frauen im Team".

Andrea Eskau (picture-alliance/dpa/J. Haas)

Andrea Eskau

Allen voran Eskau. Für die "alte Frau", wie sie sich selbst gerne bezeichnet, war es nach Gold im Biathlon über 10 km sowie Silber im Langlauf über 12,5 km und im Sprint bereits die vierte Medaille in Südkorea, insgesamt die 13. bei Paralympics in ihrer erfolgreichen Karriere. Achtmal gewann die querschnittsgelähmte Athletin, die im Sommer mit dem Handbike Titel einfährt, bisher Gold, davon viermal im Winter.  

Für das Team des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) stehen bisher 14 Medaillen in der Bilanz, sechs davon in Gold. Dazu kommen sieben Silbermedaillen und einmal Bronze. 

stu/rb (afp, dpa)

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