Paralympics: Erstes Gold für Anna Schaffelhuber | Sport | DW | 10.03.2018
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Paralympics 2018 in Pyeongchang

Paralympics: Erstes Gold für Anna Schaffelhuber

Am ersten Wettkampftag der Paralympics in Pyeongchang hält Skistar Anna Schaffelhuber dem Druck stand. Andrea Rothfuss jubelt über Silber. Fahnenträgerin Andrea Eskau geht leer aus.

Dem ersten deutschen Gold folgten die Glückwünsche mit politischer Strahlkraft. Eine nordkoreanische Delegation um den Präsidenten des Nationalen Paralympischen Komitees Kim Mun Chol gratulierte Monoskifahrerin Anna Schaffelhuber herzlich zum Paralympics-Triumph am ersten Wettkampftag. "Sie haben gesagt, sie wünschen sich, dass Nord- und Südkorea irgendwann wieder zusammen sind»" sagte die 25-jährige Monoskifahrerin. "Das wäre perfekt, denn das wünscht sich die ganze Welt."

"Ich bin jetzt gelöst"

Stolz präsentierte Schaffelhuber ihre erste Medaille gleich am ersten Wettkampftag der Spiele. "Ich wollte Gold in Pyongchang, und das habe ich." Der Sieg im Abfahrtsrennen war für sie das sechste Gold bei paralympischen Rennen nacheinander. Nach der Erfolgsserie der Winterspiele in Sotschi 2014 mit fünf Siegen bei fünf Starts sei der Druck vor dem ersten Auftritt in Südkorea enorm gewesen, sagte Schaffelhuber. "Ich glaube, kein Mensch auf dieser Erde kann nachfühlen, wie ich mich heute fühle. Ich bin jetzt gelöst und kann nun wirklich von Tag zu Tag schauen." Als Schaffelhuber als Siegerin im Stadion präsentiert worden war, hatte sie ihre Freude laut heraus geschrien. Pech hatte Teamkollegin Anna-Lena Forster. Die 22-Jährige stürzte ebenso wie die Österreicherin Claudia Lösch - beide hatten als härteste Konkurrentinnen Schaffelhubers gegolten. "Man fühlt da natürlich mit", sagte die Siegerin über Forster, die bei ihrem Sturz Zwischenbestzeiten hielt.

Anna Schaffelhuber bei ihrem ersten Rennen in Pyeongchang. Foto: dpa-ba

Anna Schaffelhuber war beim Abfahrtsrennen in Pyeongchang nicht zu schlagen

Silber für Rothfuss, Eskau geht leer aus

Zuvor hatte Andrea Rothfuss mit Silber bei der Abfarht in der stehenden Kategorie den starken deutschen Alpin-Auftakt komplettiert und war nach eigenen Worten "super happy". Die 28-Jährige hatte sich nur der Französin Marie Bochet geschlagen geben müssen. Noemi Ewa Ristau belegte im Abfahrtsrennen der Sehbehinderten Rang vier.

Schlecht lief es dagegen für die deutsche Fahnenträgerin Andrea Eskau. Zwölf Stunden nach dem Ende der Eröffnungsfeier kam die 46-Jährige im Biathlon-Sprint - ihrer Gold-Disziplin von Sotschi 2014 - nur auf Rang sechs. "Ich muss das jetzt erst mal analysieren», sagte die sechsmalige Paralympicssiegerin zerknirscht. Die deutschen Biathleten gingen am ersten Tag komplett leer aus. Beim Sieg der wegen Dopingverdachts umstrittenen Russin Michalina Lisowa wurde die sehbehinderte Clara Klug nach einem Sturz ihres Begleitläufers Martin Härtl im Sprint Sechste, einen Platz vor Teamkollegin Vivian Hösch.

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hatte die Starterlaubnis unter neutraler Flagge für die 25 Jahre alte Lisowa öffentlich als unverständlich bezeichnet, "weil ihr Name im McLaren-Report auftaucht". DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher sagte: "Diese Diskussion hat die Spiele belastet. Und mit diesem Start und mit diesem Sieg sind die Zweifel nicht weg. Im Gegenteil."

sn/ct (dpa, sid)

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