Papstbotschafter kurz vor Pädophilie-Prozess gestorben | Aktuell Europa | DW | 28.08.2015
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Aktuell Europa

Papstbotschafter kurz vor Pädophilie-Prozess gestorben

Der wegen Missbrauchs angeklagte Ex-Papstbotschafter Josef Wesolowski ist tot. Der 67-Jährige wurde in seiner Wohnung im Vatikan aufgefunden. Die Leiche wird obduziert.

Josef Wesolowski (Archivbild August 2011) (Foto: Getty Images/AFP/E. Santelices)

Josef Wesolowski (Archivbild vom August 2011)

Die vatikanischen Behörden leiteten umgehend eine Untersuchung ein, wie das Presseamt mitteilte. Vieles deute zum jetztigen Zeitpunkt auf eine natürliche Todesursache hin. Die genauen Resultate sollten möglichst bald bekanntgegeben werden, sagte der Pressesprecher.

Von Papst Franziskus unter Hausarrest gestellt

Der Prozess gegen den ehemaligen Nuntius in der Dominikanischen Republik sollte eigentlich im Sommer im Vatikan beginnen, war dann aber wegen einer Erkrankung Wesolowskis verschoben worden. Im Juli war der 67-Jährige aufgrund gesundheitlicher Probleme in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Am 20. Juli wurde er jedoch wieder entlassen. Seither hielt er sich unter ärztlicher Beobachtung im Vatikan auf.

Der aus Polen stammende Geistliche war bereits im Juni 2014 in den Laienstand versetzt und damit aller priesterlichen Rechte und Pflichten enthoben worden. Nach einer ersten gerichtlichen Anhörung wurde er im September 2014 auf persönliche Anordnung von Papst Franziskus unter Hausarrest gestellt. Außer sexuellem Missbrauch und Besitz von Kinderpornografie wirft ihm die vatikanische Staatsanwaltschaft vor, für "schwere psychologische Schäden" seiner Opfer verantwortlich zu sein.

pg/uh (dpa, kna)