Papst Franziskus spendet Ostersegen ″Urbi et Orbi″ | Aktuell Welt | DW | 01.04.2018
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Katholische Kirche

Papst Franziskus spendet Ostersegen "Urbi et Orbi"

Bei der Ostermesse auf dem Petersplatz hat sich Papst Franziskus zu den Ereignissen im Nahen Osten geäußert. Zudem spendete er den Segen "Urbi et Orbi" und setzte ein ökumenisches Zeichen.

In seiner Osterbotschaft forderte Papst Franziskus nach den tödlichen Unruhen im Gazastreifen mehr Anstrengungen für den Frieden. "Wir beten um Früchte der Versöhnung für das Heilige Land, das auch in diesen Tagen durch offene Konflikte heimgesucht wird, die die Zivilbevölkerung nicht verschonen", sagte der Pontifex in Rom. Bei Massenprotesten der Palästinenser an der Grenze zu Israel waren am Freitag 15 Menschen von israelischen Soldaten getötet und mehr als 1400 verletzt worden. Der Papst forderte auch ein Ende des "schier endlosen Krieges" in Syrien. 

Vertrauensvolle Beziehungen

Mit Blick auf die koreanische Halbinsel äußerte der Papst die Hoffnung, dass der Dialog Früchte tragen werde. Er wünsche sich, "dass all diejenigen, die direkte Verantwortung tragen, mit Weisheit und Umsicht handeln, um das Wohl des koreanischen Volkes zu fördern". Ziel müsse es sein, "innerhalb der internationalen Gemeinschaft vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen". 

In seiner Predigt hatte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche den Sinn der Osterbotschaft betont und einen Bogen in die Gegenwart geschlagen. Die Frage sei, was das für Christen heute bedeute: "Was mache ich, was machst du heute, am Ostersonntag 2018?", fragte Franziskus. Zu dem Ostergottesdienst waren Zehntausende Christen aus Italien und der ganzen Welt gekommen. Es wurden Gebete in den Sprachen Russisch, Englisch, Chinesisch und Italienisch gehalten.

Vatikan Papst hält Ostermesse (picture-alliance/dpa/AP Photo/G. Borgia)

Bei bestem Osterwetter waren Zehntausende Gläubige auf dem Petersplatz versammelt

Die Wahl der Sprache kann durchaus als ökumenische und politische Geste verstanden werden. So erfolgte die Fürbitte für Arme, Leidende und Opfer von Hass schließlich auf Arabisch.

Anschließend spendete Franziskus von der Loggia des Petersdoms aus den Segen "Urbi et Orbi" - "Der Stadt und dem Erdkreis". Dieser Segen ist einer der bekanntesten Riten der römisch-katholischen Kirche. Er wird nur Weihnachten, Ostern und nach einer Papstwahl erteilt.

Vatikan Papst Ostermesse (Reuters/M. Rossi)

High five: Nach dem Gottesdienst suchte Franziskus die Nähe der Gläubigen

Hohes Anschlagsrisiko

Aus Sorge vor Anschlägen war die Gegend um den Petersplatz komplett abgeriegelt. Besucher wurden mehrmals durchsucht, um auf den mit rund 50.000 Blumen geschmückten Platz zu gelangen.

Weil es in Italien zuletzt mehrere Festnahmen von Personen aus dem terroristischen Umfeld gegeben hatte, waren auch die Feierlichkeiten an Gründonnerstag und Karfreitag von besonders starken Sicherheitsmaßnahmen begleitet gewesen. Rund 10.000 Beamte waren nach Behördenangaben in Rom im Einsatz. Während der Woche hatte Italiens Innenminister Marco Minniti das weiterhin hohe Anschlagsrisiko hervorgehoben.

Ostern ist das älteste und wichtigste Fest der Christenheit. In Erinnerung an die Auferstehung Jesu Christi steht es für den Sieg des Lebens über den Tod.

Appell an das Miteinander

Die deutschen Bischöfe riefen in ihren Osterbotschaften zum Gelingen eines gesellschaftlichen Miteinanders auf. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx sagte, ein friedliches Zusammenleben in einer Kultur der Freiheit sei kein Selbstläufer. Dafür brauche es viele Menschen, die ihre Freiheit verantwortlich und überzeugend lebten", so der Münchner Kardinal.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, warnte davor, Arme und Schwache auszugrenzen. Die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi bedeute für alle ein neues Leben. Jeder Mensch müsse spüren und erfahren, dass er Teil dieser Gesellschaft sei, dass er gewollt sei und gebraucht werde, sagte er im Berliner Dom.

uh/qu (dpa, kna, epd)