Palästinenserbehörde geht gegen LGBT-Gruppe vor | Aktuell Nahost | DW | 19.08.2019
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Westjordanland

Palästinenserbehörde geht gegen LGBT-Gruppe vor

Medienberichten zufolge hat die Palästinensische Autonomiebehörde die Aktivitäten der LGBT-Organisation Al-Qaws verboten. Diese seien nicht mit palästinensischen Werten vereinbar, so ein Polizeisprecher.

Die Palästinische Autonomiebehörde hat der LGBT-Organisation Al-Qaws offenbar jegliche öffentliche Aktivitäten im Westjordanland verboten. Die Organisation setzt sich für homo-, bi- und transsexuelle Menschen ein und hatte zuvor angekündigt, Ende August ein Mitgliedertreffen in Nablus durchführen zu wollen.

Polizei droht mit Festnahmen

Die Aktivitäten von Al-Qaws seien aber "schädlich für die höheren Werte und Ideale der palästinensischen Gesellschaft", zitierten israelische Medien den Sprecher der palästinensischen Polizei, Luay Zreikat. Außerdem hätten sie keinen Bezug zu palästinensischen Traditionen, Bräuchen und Religionen. Weiter kündigte Zreikat an, die Verantwortlichen hinter der Gruppe zu ermitteln und vor Gericht zu stellen. Dazu sollten auch die Palästinenser Personen an die Polizei melden, die in Kontakt mit Al-Qaws stehen. 

Al-Qaws verurteilte die Drohungen der Polizei laut Bericht als "Hetze". Man werde die Arbeit der Organisation fortsetzen. Al-Qaws führe professionelle Bildungsprogramme zum Thema sexuelle Vielfalt und Geschlechterpluralität durch. Die 2001 gegründete Organisation setzt sich für Gendervielfalt in der palästinensischen Gesellschaft ein und ist sowohl im Westjordanland als auch in der arabisch-israelischen Gesellschaft tätig.

rku/stu (kna, jpost.com, timesofisrael.com)