Pakistans Taliban-Chef Mehsud stirbt bei US-Drohnenangriff | Aktuell Asien | DW | 01.11.2013
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Aktuell Asien

Pakistans Taliban-Chef Mehsud stirbt bei US-Drohnenangriff

Der Chef der pakistanischen Taliban, Mehsud, ist nach offiziellen Angaben aus Pakistan bei einem US-Drohnenangriff getötet worden. Das teilten Sprecher sowohl des pakistanischen Militärs als auch der Taliban mit.

Es ist einer der schwersten Schläge gegen die pakistanischen Taliban, die unter ihrem Dach mehrere militante Gruppen versammeln. Hakimullah Mehsud (links im Bild) war einer der meistgesuchten Männer Pakistans. Die USA hatten ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt.

Schon der Vorgänger starb durch eine Drohne

Mehsud soll unter anderem in einen Anschlag auf einen Stützpunkt in Afghanistan verwickelt sein, bei dem 2009 sieben CIA-Mitarbeiter getötet wurden. Mehsud hatte im August 2009 die Führung der pakistanischen Taliban übernommen, nachdem sein Vorgänger und Mentor Baitullah Mehsud ebenfalls bei einem Drohnenangriff getötet worden war.

Ein Geheimdienstmitarbeiter sagte, insgesamt seien bei dem Angriff in Nord-Waziristan an der Grenze zu Afghanistan mindestens 25 Menschen gestorben. Darunter waren demnach auch Mehsuds Leibwächter sowie sein Fahrer, die beide zu seinen engsten Vertrauten gezählt hätten. Der tote Rebellenführer wurde nach offiziellen Angaben bereits in der Stadt Miranshah beigesetzt. Die pakistanischen Behörden verstärkten aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen die Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen und anderen öffentlichen Einrichtungen.

Hunderte US-Angriffe in Pakistan

Die USA haben seit 2004 fast 400 Angriffe mit ferngesteuerten unbemannten Fluggeräten in Pakistan geflogen. Die pakistanische Regierung lehnt die Angriffe offiziell ab, auch wegen der vielen zivilen Opfer. US-Präsident Barack Obama hatte im Frühjahr nach heftiger Kritik zugesagt, die Einsätze einzuschränken.

Viele der Angriffe konzentrieren sich auf Nord-Waziristan. Die de facto gesetzlose Stammesregion ist seit langem eine Extremisten-Hochburg, in der sich neben den pakistanischen auch afghanische Taliban sowie Al-Kaida-Mitglieder tummeln. Sie gilt als wichtiges Rückzugsgebiet für Islamisten, die im benachbarten Afghanistan am Krieg gegen die USA beteiligt sind. In Pakistan war auch Al-Kaida-Chef Osama bin Laden untergetaucht, bis er dort 2011 von einem US-Sonderkommando erschossen wurde.

haz/uh (rtr, dpa, afp)

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