Oxfam: Reichtum ist ein Klimakiller | Aktuell Deutschland | DW | 21.09.2020
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Klimakrise

Oxfam: Reichtum ist ein Klimakiller

Je wohlhabender die Menschheit ist, desto mehr schädigt sie das Klima nachhaltig. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam.

Bangladesch I Flusserosion zerstört ganzes Dorf in Dhaka, Keraniganj (Sony Ramany/NurPhoto/picture-alliance )

Bangladesch leidet besonders unter der Klimakrise - Immer mehr Landabschnitte brechen wie hier in der Hauptstadt Dhaka weg

63 Millionen Menschen - das reichste Prozent der Weltbevölkerung - haben zwischen 1990 und 2015 mehr als doppelt so viele klimaschädliche Kohlendioxid-Emissionen (CO2) in die Atmosphäre geblasen wie die ärmere Hälfte der Menschheit zusammen. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Entwicklungsorganisation Oxfam vor der am Dienstag beginnenden Generaldebatte der 75. UN-Vollversammlung in New York veröffentlicht.

In der Studie "Confronting Carbon Inequality" (Der Kohlenstoff-Ungleichheit entgegentreten) wird untersucht, für wieviel CO2-Ausstoß die einzelnen Einkommensgruppen verantwortlich sind. Analysezeitraum sind die Jahre zwischen 1990 und 2015, in denen sich die klimaschädlichen Emissionen weltweit verdoppelt haben.

Bangladesch: Auswirkungen des Klimawandels (Kazi Salahuddin Razu/NurPhoto/picture-alliance)

Immer mehr Unwetter und Zyklone: Mitte August wütete "Amphan" in Satkhira im südwestlichen Bangladesch

Dieser Anstieg gehe besonders auf die reichsten zehn Prozent (630 Millionen Menschen) zurück und nicht auf die globale Mittelklasse, wie häufig angenommen werde, betont Oxfam. Sie seien für über die Hälfte (52 Prozent) der CO2-Emissionen des untersuchten Zeitraums verantwortlich. Das reichste ein Prozent habe allein 15 Prozent verbraucht, während die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung nur für sieben Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich gewesen sei.

Die Ungleichheit spielt für die Beschleunigung der Klimakrise laut Oxfam eine entscheidende Rolle. In Deutschland sind dem Bericht zufolge die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung (8,3 Millionen Menschen) für 26 Prozent der CO2-Emissionen seit 1990 verantwortlich. Die größere, ärmere Hälfte der deutschen Bevölkerung habe mit 29 Prozent nur etwas mehr verbraucht.

Nordafrika I Marokko I Ausgetrocknetes Flussbett im Atlas-Gebirge (Ashley Cooper/Global Warming Images/picture-alliance )

Ein ausgetrocknetes Flussbett im Anti-Atlas-Gebirge in Marokko - in den letzten Jahren gingen die Regenfälle dort um 75 Prozent zurück

"Die katastrophalen Folgen der Klimakrise sind schon heute vielerorts spürbar", betonte Ellen Ehmke, Analystin für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland. "Verantwortlich dafür ist eine Politik, die auf Konsumanreize setzt, immerwährendes Wachstum verspricht und die Welt ökonomisch in Gewinner und Verlierer spaltet." Für den Konsumrausch einer reichen Minderheit zahlten die Ärmsten den Preis.

Oxfam fordert, den CO2-Verbrauch der Wohlhabenden einzuschränken, mehr in öffentliche Infrastruktur zu investieren und die Wirtschaft klimagerecht umzubauen.

se/ehl (dpa, epd)

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