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Oxfam: Die "schlimmsten Steueroasen"

12. Dezember 2016

Die Niederlande und die Schweiz gehören laut Oxfam zu den "schlimmsten Steueroasen" der Welt. Auf der Rangliste der Hilfsorganisation stehen noch weitere europäische Länder.

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Screenshot aus DW-TV Made in Germany Steueroasen
Bild: DW-TV

Oxfam veröffentlichte am Montag unter der Überschrift "Steuerkämpfe" den Bericht mit einer Liste von 15 Ländern, die Unternehmen besonders stark bei der Umgehung von Steuern helfen.

Den ersten Platz auf der Liste belegt Bermuda, gefolgt von den Cayman-Inseln, den Niederlanden, der Schweiz und Singapur. Auf den weiteren Plätzen stehen Irland, Luxemburg, Curaçao, Hongkong, Zypern, die Bahamas, Jersey, Barbados, Mauritius und die Britischen Jungferninseln.

Tobias Hauschild, Oxfam-Experte für Steuergerechtigkeit, forderte eine Trockenlegung von Steueroasen. Diese stünden im Zentrum eines "ruinösen Steuerwettlaufs" mit fatalen Folgen.

"100 Milliarden US-Dollar Verlust"

"Insgesamt verlieren arme Länder durch Steuervermeidung von Unternehmen mindestens 100 Milliarden US-Dollar im Jahr", so Hauschild. "In den Staatshaushalten würde dieses Geld ausreichen, um 124 Millionen Kindern den Besuch einer Schule zu ermöglichen und mit verbesserter Gesundheitsversorgung weiteren sechs Millionen Kindern das Leben zu retten."

Die Bundesregierung solle ihr politisches Gewicht innerhalb der EU und ihre derzeitige G20-Präsidentschaft nutzen, um einer immer weiter um sich greifenden Tendenz der Steuervermeidung entgegenzuwirken. Den Angaben von Oxfam zufolge haben 90 Prozent der 200 weltgrößten Konzerne Ableger in Steueroasen.

bea/ul (KNA, dpa)