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Bin Laden meldet sich zurück

25. März 2010

Der Extremistenführer Osama bin Laden hat in einer Audiobotschaft mit der Tötung von US-Bürgern gedroht.

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El Kaida Führer Osama bin Laden (Archiv), Foto: ap
Droht mit der Tötung von US-Bürgern: Osama bin LadenBild: AP

Der Extremistenführer Osama bin Laden hat nach Angaben des arabischen Senders Al Dschasira mit der Tötung von US-Geiseln gedroht, sollten die Angeklagten im Prozess um die Terroranschläge vom 11. September 2001 hingerichtet werden. Der TV-Sender veröffentlichte am Donnerstag (25.03.2010) nach eigenen Angaben eine an das amerikanische Volk gerichtete Tonaufnahme bin Ladens. Darin kündigte der El Kaida-Chef für den Fall der Hinrichtung der Angeklagten an, von seinem Terrornetzwerk El Kaida verschleppte US-Bürger zu töten.

Bin Laden warf US-Präsident Barack Obama demnach vor, "dieselbe Politik wie seine Vorgänger" zu betreiben. Er warnte davor, den "Helden" Khalid Sheikh Mohammed hinzurichten, der für die Anschläge am 11. September verantwortlich gemacht wird. "Der Tag, an dem die USA diese Entscheidung treffen, werden sie auch die Entscheidung getroffen haben, dass jeder Amerikaner hingerichtet wird, den wir gefangen nehmen", zitierte der Sender den El Kaida-Chef. Über die Echtheit der Tonbotschaft lagen zunächst keine weiteren Angaben vor.

Sheikh Mohammed hatte sich in den bisherigen Vernehmungen mit der Drahtzieherschaft der Terroranschläge vom 11. September in New York und Washington gebrüstet, bei denen mehr als 3000 Menschen getötet wurden. Ihm und seinen vier mutmaßlichen Komplizen soll in den USA zu einem noch nicht bekannten Zeitpunkt der Prozess gemacht werden.

Terrorzelle in Saudi-Arabien ausgehoben

Erst am Mittwoch (24.03.2010) war in Saudi-Arabien eine El Kaida-Zelle mit mehr als hundert Mitgliedern ausgehoben worden. Wie das Innenministerium in Riad mitteilte, planten die 101 Festgenommenen "terroristische Aktionen". Unter den Festgenommenen seien 47 Einheimische, weitere 51 Festgenommene kämen aus dem Jemen, jeweils einer aus Somalia, Bangladesch und Eritrea. Im Zusammenhang mit den Festnahmen seien Waffen, Munition, Computer, Handykarten und Unterlagen beschlagnahmt worden. Die ausländischen Mitglieder der Zelle seien unter dem Vorwand der Arbeitssuche oder des Besuchs der heiligen Stätten Mekka und Medina nach Saudi-Arabien gekommen. Zwei der mutmaßlichen Terroristen hätten Selbstmordanschläge geplant, andere hätten Wirtschaftseinrichtungen und Ordnungskräfte angreifen wollen, erklärte das Innenministerium.

Im erzkonservativen Königreich Saudi-Arabien, dem Hauptverbündeten der USA in der Golfregion, hatten islamische Extremisten seit 2003 wiederholt Anschläge verübt und dabei mehr als hundert Menschen getötet. Den Sicherheitskräften sind in den vergangenen Jahren saudischen Angaben zufolge mehrere schwere Schläge gegen Terrorverdächtige gelungen, das Terrornetzwerk im Land galt saudischen Angaben zufolge als zerschlagen, auch, weil die Extremisten sich in den benachbarten Jemen zurück gezogen hatten. Das Land steckt in einer tiefen Krise - ein idealer Rückzugsraum für El Kaida.

Den aktuellen Festnahmen gingen einjährige Ermittlungen voraus. Selbstmordattentäter hatten im Februar 2006 vergeblich versucht, eine Anlage im Ölförderkomplex Abkaik im Osten Saudi-Arabiens anzugreifen. Abkaik ist die größte Ölförderanlage weltweit. Im August vergangenen Jahres hatte ein Selbstmordattentäter ein Mitglied des Königshauses leicht verletzt.

Autorin: Ina Rottscheidt
Redaktion: Anne Allmeling

Förderanlage Abkaik, Foto: ap
Terrorziel Ölanlage: Abkaik ist die größte Ölförderanlage weltweitBild: AP
Khalid Sheikh Mohammed (Archiv), Foto: ap
Der mutmaßliche Drahtzieher des 11. September: Khalid Sheikh MohammedBild: AP