Opposition mobilisiert viele Weißrussen | Aktuell Europa | DW | 19.07.2020
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Belarus

Opposition mobilisiert viele Weißrussen

Den autoritären Staatschef Lukaschenko dürfte der Anblick gar nicht gefallen: Wenige Wochen vor der Präsidentenwahl in Weißrussland gingen bei bei einem Wahlkampfauftritt der Opposition Tausende Menschen auf die Straße.

Bis zu 7000 Menschen hätten sich am Sonntag an einem zentralen Park in der weißrussischen Hauptstadt Minsk versammelt, teilte die Menschenrechtsorganisation Wesna mit. Viele Teilnehmer skandierten "Freiheit für Belarus".

Es war die erste derartige Aktion der Oppositionellen Swetlana Tichanowskaja, die bei der bevorstehenden Präsidentschaftswahl den autoritären Amtsinhaber Alexander Lukaschenko herausfordern will. Auf die 37 Jahre alte Ehefrau des prominenten inhaftierten Bloggers Sergej Tichanowski richten sich die Hoffnungen der Lukaschenko-Gegner.

Belaurs Minsk Veranstaltung von Swetlana Tichanowskaja, Oppositionskandidatin (DW/A. Boguslawskaja)

Zeigt sich kämpferisch: Swetlana Tichanowskaja

Lukaschenko, der als "letzter Diktator" Europas gilt, will sich am 9. August für eine sechste Amtszeit bestätigen lassen. Er regiert die frühere Sowjetrepublik seit mehr als 25 Jahren mit harter Hand.

Kandidaten ausgeschlossen 

Den in Weißrussland populären Viktor Babariko wurde von der Wahlkommission eine Kandidatur verwehrt. Der einstige Chef der Belgazprombank sitzt wegen angeblicher Wirtschaftsstraftaten in Untersuchungshaft. Auch der ehemalige Diplomat Waleri Zepkalo wurde nicht zugelassen.

Sudan Alexander Lukaschenko in Khartoum (Reuters/M. Nureldin Abdallah)

Gibt sich siegessicher: Alexander Lukaschenko

Neben Tichanowskaja wurden lediglich Lukaschenko und drei weitere Politiker als Kandidaten für die Wahl registriert. Um ihre Chancen zu verbessern, schloss sich die politisch unerfahrene Tichanowskaja mit den Wahlstäben von Babariko und Zepkalo zusammen.

"Die beiden wurden aus Furcht ausgeschlossen, weil sie eine Bedrohung für die Macht sein könnten", sagte Tichanowskaja bei dem Wahlkampfauftritt in Minsk. "Das Volk hat es aber satt, in Demütigung und Angst zu leben."

wa/qu (dpa, ap)

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