Notstand in bosnischen Städten ausgerufen | Aktuell Europa | DW | 14.05.2019
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Balkan

Notstand in bosnischen Städten ausgerufen

Teile des südosteuropäischen Landes versinken in den Fluten. Und noch immer werden weitere Regenfälle vorhergesagt. In mehreren Regionen spielten sich dramatische Szenen ab - ob Tote zu beklagen sind, ist noch offen.

Bosnien-Herzegowina Überschwemmungen (picture-alliance/AP Photo/D. Bandic)

Überflutete Häuser in Sanski Most

Wegen Überschwemmungen infolge heftiger Regenfälle haben mehrere Städte in Bosnien und Herzegowina den Notstand ausgerufen. Vom Hochwasser bedrohte Gebiete werden evakuiert. Der seit Sonntag andauernde Regen verursachte vor allem im Norden des kleinen Balkanlandes Schäden. In den Regionen rund um Prijedor, Banja Luka, Bihac und Doboj traten nach Behördenangaben Flüsse über die Ufer und überfluteten mehrere Hundert Häuser sowie Hunderte Hektar landwirtschaftliche Flächen.

Bosnien-Herzegowina Überschwemmungen (picture-alliance/AP Photo/D. Bandic)

Auch Kulturdenkmäler wie diese orthodoxe Kirche in Prijedor sind durch das Hochwasser bedroht

Mehrere Straßen in der Region waren wegen Hochwassers oder Erdrutschen unbefahrbar. In der Region Zepce wurde ein sechsjähriger Junge von einem Hochwasser führenden Bach fortgerissen. Einsatzkräfte suchten nach dem Kind, wie der staatliche Fernsehsender BHRT berichtete.

Bosnien-Herzegowina Überschwemmungen (picture-alliance/dpa/D. Bandic)

In Sanski Most versuchen Bewohner, sich im Auto einen Weg zu bahnen

Der Regierungschef der mehrheitlich von Serben bewohnten Teilrepublik Srpska, Radovan Viskovic, erklärte: "Die Gefahr ist nicht vorüber, und ich rufe die Einwohner auf, den Weisungen der Behörden Folge zu leisten, ohne in Panik zu geraten." Der Leiter des meteorologischen Instituts der Republika Srpska, Tomislav Sajic, sagte für diesen Mittwoch weitere Regenfälle vorher, die allerdings nicht mehr so stark wie in den Tagen zuvor ausfallen sollen.

Bosnien-Herzegowina Überschwemmungen (picture-alliance/AP Photo/D. Bandic)

Einige, wie dieser Mann in Prijedor, nehmen die Flut gelassen - doch für andere bedeutet sie Lebensgefahr

Auch aus dem Nachbarland Kroatien wurde Hochwasser gemeldet. Am schlimmsten sei die Lage in Kostajnica an der Grenze zu Bosnien, erklärte Zoran Cavlovic vom Nationalen Zentrum für Hochwasserbekämpfung. Die Nachrichtenagentur Hina berichtete, ein Teil der Stadt sei von der Strom- und Trinkwasserversorgung abgeschnitten.

Bosnien-Herzegowina Überschwemmungen (picture-alliance/AP Photo/D. Bandic)

Nicht nur für den Menschen, auch für Tiere sind die hohen Pegel bedrohlich

Im zentralkroatischen Karlovac wurden ebenfalls Dutzende Häuser überschwemmt. Der staatliche kroatische Fernsehsender HRT berichtete, die Feuerwehr habe in derselben Gegend acht Touristen, darunter zwei Kinder, aus einem überschwemmten Campingplatz am Ufer des Flusses Korana gerettet.

Im Mai 2014 waren in Bosnien, Kroatien und Serbien fast zwei Millionen Einwohner von Überschwemmungen betroffen. Mehr als 70 Menschen kamen damals ums Leben, die meisten von ihnen in Serbien.

jj/hk (afp, ap)

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