1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Nordostasien kämpft gegen bittere Kälte

26. Januar 2023

Experten zufolge handelt es sich bei dem Extremwetter um Folgen des Klimawandels. Stillgelegte Flughäfen, vereiste Straßen sowie eingeschränkte Zug- und Fährverbindungen führten in weiten Teilen zu Verkehrschaos.

https://p.dw.com/p/4Mi7T
BdTD Japan | Winterwetter
Fast die gesamte Region Nordostasien kämpft gegen das Extremwetter anBild: JIJI Press/AFP/Getty Images

Mehrere Millionen Menschen in Nordostasien sind von klirrender Kälte und Schneestürmen betroffen. In Japan sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. In Südkorea und Japan brach der Verkehr teilweise zusammen, mehrere hundert Flüge mussten gestrichen werden. Es wurden Rekordtiefstände bei den Temperaturen in Südkorea sowie in China verzeichnet. Neben Japan, China und Südkorea litten auch die Mongolei und Nordkorea unter bitterer Kälte.

Japan | Verkehrschaos durch heftige Schneefälle
In Japan sind mindestens fünf Menschen aufgrund der Kälte ums Leben gekommenBild: Kyodo/REUTERS

In Südkorea mussten Flüge annulliert werden

In Südkorea gab die Wetterbehörde eine Warnung vor neuem starken Schneefall für die Region um die Hauptstadt Seoul, die westliche Hafenstadt Incheon sowie das angrenzende Küstengebiet heraus. Seit Tagen wird die Halbinsel von einer Kältewelle mit Winterstürmen heimgesucht. Dutzende Menschen wurden in Seoul wegen durch die Kälte verursachten gesundheitlichen Problemen auf der Intensivstation behandelt, wie Behörden berichteten. Auf Südkoreas Ferieninsel Jeju mussten am Dienstag rund 40.000 Besucher des Neujahrsfestes auf ihren Rückflug warten. Wegen der extremen Wetterlage wurden knapp 500 Flüge am Flughafen der Insel gestrichen. Im ganzen Land wurden außerdem hunderte Fährverbindungen vorübergehend gestoppt. 

Japan | Verkehrschaos durch heftige Schneefälle
In Japan entstand ein großes Verkehrschaos durch die heftigen Schneefälle Bild: Yasushi Kanno/Yomiuri Shimbun/AP Photo/picture alliance

Durch den starken Wintereinbruch war in Teilen Japans der Bahn- und Straßenverkehr stark eingeschränkt, Straßen waren vermehrt vereist. Tausende Menschen steckten über Nacht in den japanischen Präfekturen Kyoto und Shiga in Zugabteilen oder Bahnhöfen fest. Autofahrer strandeten auf vielen der Hauptverkehrsstraßen, wie lokale Medien berichteten, während hunderte Flüge gestrichen wurden. 

Welche Gründe gibt es für das Extremwetter? 

Experten sehen ungewöhnliche Wetterphänomene wie diese auch als Zeichen des Klimawandels. "Extreme Wetterereignisse sind die neue Normalität", sagte Kevin Trendberth vom US-Zentrum für atmosphärische Forschung (NCAR) dem US-Sender CNN. "Wir können sicherlich damit rechnen, dass Extremwetter schlimmer werden als zuvor."

Japan | Verkehrschaos durch heftige Schneefälle
Experten zufolge handelt es sich bei dem Extremwetter um Folgen des KlimawandelsBild: Ken Satomi/AP Photo/picture alliance

Der Experte Yeh Sang-wook von der Hanyang Universität in Seoul sah einen Zusammenhang zwischen der starken Eisschmelze in der Arktis und den heftigen Schneefällen. Professor Takashi Nakamura, Klimaexperte an der Universität Tokio, erklärte, dass sich der sogenannte "Polarwirbel", ein sehr großer Kaltluftwirbel, der normalerweise über der Arktisregion existiert, gespalten habe. Ein Teil davon sei nach Süden nach Ostasien gewandert und sorge für die extreme Kälte über dem japanischen Archipel, sagte Nakamura der Zeitung "Mainichi Shimbun". 

Neue Rekordwerte gemessen 

Die Temperaturen in den meisten Regionen Südkoreas rutschten am Mittwoch auf den tiefsten Stand des Winters hinab. In Cheorwon an der Grenze zu Nordkorea war es mit minus 28,1 Grad am kältesten. In der chinesischen Hauptstadt Peking gab es am Mittwoch mit minus 16 Grad ebenfalls einen Rekordwert für diesen Winter. Auch im Norden der Volksrepublik wurde an der Grenze zu Russland in der Stadt Mohe mit minus 53 Grad die niedrigste jemals gemessene Temperatur gemeldet.

los/as (dpa, rtre, ape)