Nordkorea: USA wollen Verschärfung der Sanktionen | Aktuell Amerika | DW | 07.02.2018
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Konflikt in Ostasien

Nordkorea: USA wollen Verschärfung der Sanktionen

US-Vizepräsident Mike Pence schaltet bezüglich der Sanktionen gegen Nordkorea einen Gang nach oben. So kündigte Trumps Stellvertreter eine drastische Verschärfung der Sanktionen gegen das kommunistische Land an.

Die USA würden die Wirtschaftssanktionen "bald bekanntgeben", sagte Pence nach einem Gespräch mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe in Tokio. "Wir werden unseren maximalen Druck so lange weiter verschärfen, bis Nordkorea konkrete Schritte hin zu einer vollständigen, nachweisbaren und unumkehrbaren Denuklearisierung einleitet", sagte Pence, der sich auf dem Weg zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Südkorea befindet. Er bekräftigte zudem, dass für die USA im Atomstreit mit Nordkorea "alle Optionen auf dem Tisch liegen" - eine Formulierung, die auch militärische Aktionen einschließt.

Bislang waren wirksame Sanktionen an der Weigerung Chinas gescheitert, sich einem Öl-Embargo anzuschließen. China gilt ist der engste Verbündete Nordkoreas. Unlängst war zudem bekannt geworden, dass Nordkorea offenbar in großem Stil die gegen das Land verhängten UN-Sanktionen umgeht.

Japan und die USA wollen in der Nordkorea-Krise zusammen mit Südkorea weiterhin eng kooperieren. Die USA würden "Schulter an Schulter" mit Japan, Südkorea und anderen Verbündeten in der gesamten Region stehen, bis das globale Ziel einer Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel erreicht und die Provokationen und Drohungen Nordkoreas beendet seien, sagte Pence zu Beginn der Gespräche laut japanischen Medien.

Misstrauen gegenüber Nordkorea

Die USA wie auch Japan hegen Bedenken, dass Südkorea im Vorfeld der Olympischen Spiele eine allzu versöhnliche Haltung gegenüber dem Norden einnimmt. Vor Beginn der Winterspiele in Südkorea warnte auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Tokio davor, Signale der Annäherung zwischen Nord- und Südkorea zu überschätzen. Es sei ein "kleines Zeichen des Fortschritts", dass Athleten aus Nord- und Südkorea unter einer gemeinsamen Flagge in das Stadion einlaufen wollten. "Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass wir keinen unrealistischen Illusionen erliegen sollten", erklärte Steinmeier.

Auch Pence warnte, Nordkorea dürfe die am Freitag beginnenden Olympischen Winterspiele in Südkorea nicht für "Propaganda" missbrauchen. Das kommunistische Land könne nicht hinter der olympischen Fahne verbergen, dass es "seine eigene Bevölkerung versklave und eine ganze Region bedrohe".

Die Schwester des Diktators kommt

Nordkorea hatte erst vor wenigen Wochen seine Teilnahme an den Winterspielen verkündet. Die Teilnahme gilt als wichtiges Zeichen der Entspannung im Verhältnis zwischen den verfeindeten Staaten der koreanischen Halbinsel.

Kim Yo-jong (picture-alliance/dpa/Jiji Press)

Besuch aus dem Norden: Kim Yo-Jong besucht die Winterolympiade in Südkorea

Zur Eröffnung der Spiele wird auch die Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un erwartet. Nordkoreas Führung habe mitgeteilt, dass die 28-jährige Kim Yo Jong vom offiziellen Staatschef Kim Yong Nam sowie dem Vorsitzenden des Nationalen Sportausschusses, Choe Hwi, begleitet werde, teilte das Ministerium für Wiedervereinigung in Seoul mit. Die Einbeziehung von Kim Yo Jong in die Delegation sei bedeutsam, denn sie sei nicht nur die Schwester des Machthabers, sondern auch ein ranghohes Mitglied der regierenden Arbeiterpartei.

Einreise trotz Einreiseverbot?

Die beiden geteilten Staaten wollen die Zusammenkunft nutzen, um den innerkoreanischen Dialog wieder aufzunehmen und voranzubringen. Die Teilnahme Kim Yo Jongs könnte allerdings zu Reibungen mit den USA führen, denn sie wurde im vergangenen Jahr wegen Menschenrechtsverletzungen auf die US-Sanktionsliste gesetzt. Der Sportausschussvorsitzende Choe unterliegt im Rahmen der UN-Sanktionen bereits einem Reiseverbot.

cgn/kle (afp, dpa, rtr)