Nordkorea und China rücken zusammen | Aktuell Asien | DW | 21.06.2019
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Alte Freunde

Nordkorea und China rücken zusammen

Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen mit den USA über sein Atomwaffenprogramm hat Nordkorea nun seine Nähe zu China demonstriert. Präsident Xi Jinping wurde bei seinem Staatsbesuch mit viel Pomp bedacht.

Xi Jinping in Nordkorea mit Kim Jong Un (Reuters/KCNA)

Hunderttausende Menschen begrüßten die chinesische Delegation in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang

Machthaber Kim Jong Un habe sich mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über Probleme in der Welt und der Region beraten, berichten Nordkoreas Staatsmedien. China und Nordkorea vereinbarten demnach eine Vertiefung der gegenseitigen Beziehungen. Angesichts "ernsthafter und komplexer Veränderungen in der internationalen und regionalen Situation" sei dies in beidseitigem Interesse.

Nach direkten Gesprächen mit Kim lobte Xi die Beziehungen beider Staaten auf einem großen Staatsbankett, wie Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Peking sei bereit für eine "glänzende Zukunft" in den bilateralen Beziehungen. Der Besuch habe "ein neues und großartiges Kapitel" in der Freundschaft zwischen Nordkorea und China aufgeschlagen.

Xi Jinping in Nordkorea mit Kim Jong Un (Reuters/KCNA)

Chinas Präsident Xi Jinping (Mitte links) und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im Gespräch mit ihren Ehefrauen

Auf die Atomgespräche mit den USA gingen die nordkoreanischen Medien allerdings nicht näher ein. Das zweite Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump war Ende Februar in Vietnam gescheitert. Beide Seiten konnten sich in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas nicht einigen.

Gespräche zur Abrüstung fortführen

Nach Berichten des chinesischen Senders CCTV rief Xi die Regierungen Nordkoreas und der USA zur Wiederaufnahme ihrer Verhandlungen auf. Kim habe er dabei gesagt, die internationale Gemeinschaft hoffe generell, dass beide Länder dabei auch Ergebnisse vorlegten. Kim sieht dem Bericht zufolge weiter zunächst die USA am Zug. Er habe bisher keine positive Antwort der "entsprechenden Partei" erhalten, wurde Kim zitiert.

Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua verbreitete aber auch eine Aussage von Xi, wonach die Führungen von China und Nordkorea sich einig seien, dass eine politische Lösung der Atomfrage auf der koreanischen Halbinsel eine zwangsläufige Entwicklung sei und an Friedensgesprächen festgehalten werden solle.

Xi Jinping in Nordkorea mit Kim Jong Un (Reuters/KCNA)

Kulturelle Massenveranstaltung in einem Stadion zu Ehren Xi Jinpings

Xi Jinpings zweitägiger Staatsbesuch in Nordkorea macht die Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden traditionell Verbündeten deutlich. 14 Jahre lang war kein chinesischer Präsident zu Besuch in dem abgeschotteten Nachbarland. Die ersten Jahre nach der Machtübernahme Kim Jong Uns Ende 2011 waren von einer merklichen Abkühlung des Verhältnisses geprägt. Mit seinen Atom- und Raketentests verärgerte Pjöngjang auch Peking immer stärker.

Kim hatte seinem Gast einen pompösen Empfang bereitet. In der Hauptstadt Pjöngjang begrüßten hunderttausende Menschen mit Fahnen und Blumen die chinesische Delegation. Am Donnerstagabend gab Kim laut den nordkoreanischen Berichten dem Gast zu Ehren ein Bankett. Später sahen sich beide demnach eine kulturelle Massenaufführung in Pjöngjang an.

ust/gri (dpa, rtr, afp, ap)

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