Nordkorea kritisiert Raketen-Entscheidung der USA | Aktuell Asien | DW | 31.05.2021
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Korea

Nordkorea kritisiert Raketen-Entscheidung der USA

Zwischen Nord- und Südkorea droht neuer Streit. Grund dafür ist eine Entscheidung der USA, dem Süden bei der Entwicklung neuer Raketen weniger Vorschriften zu machen. Nordkorea fühlt sich dadurch benachteiligt.

Kombibild Kim Jong Un und Joe Biden

Verstehen sich nicht so gut: Kim Jong Un und Joe Biden

Seit in den USA Joe Biden regiert, herrscht zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten eine Art neuer Eiszeit. Von den Annäherungen an Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, die es unter US-Präsident Donald Trump gab - und die auch vielfach kritisiert wurden - ist nichts mehr zu spüren. Nun hat eine Entscheidung der USA weitere Verstimmung in Nordkorea ausgelöst.

Hintergrund ist eine Abkommen zwischen Südkorea und den USA, das jetzt aufgehoben wurde. Darin war geregelt, dass Südkorea beim Bau ballistischer Raketen bestimmte Grenzen einzuhalten hat. Diese Grenzen gelten nun nicht mehr - Nordkorea dagegen fühlt sich bei der Waffen-Entwicklung weiter von den USA unter Druck gesetzt.

Nordkorea: USA betreiben "feindselige" Politik

In nordkoreanischen Staatsmedien wird kritisiert, die Vereinigten Staaten würden mit zweierlei Maß messen, wenn es darum gehe, der Regierung in Pjöngjang die Entwicklung ballistischer Raketen zu verbieten. Die USA seien trotz ihrer Lippenbekenntnisse zum Dialog weiter in die Konfrontation vertieft, heißt es in einem Artikel, den die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA verbreitete. Der Schritt der Beendigung des Abkommens zwischen den USA und Südkorea sei eine deutliche Erinnerung an die feindselige Politik der USA gegenüber Nordkorea.

Vietnam Hanoi | Treffen Kim Jong-Un und Donald Trump

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und der damalige US-Präsident Donald Trump (Archivbild von 2019).

Weiter heißt es in dem Artikel, dass Südkoreas Präsident Moon Jae In die Beendigung der Richtlinien begrüße, sei "ekelhaft und unanständig". Zugleich will sich die Regierung in Pjöngjang offenbar einen Weg offenhalten, um künftig selbst leistungsfähigere Raketen zu bauen. In dem Artikel heißt es, "jetzt, da die USA und die südkoreanischen Behörden ihre Aggressionsabsichten deutlich gemacht" hätten, gebe es keinen Grund mehr, Nordkorea die Stärkung ihrer "Fähigkeiten zur Selbstverteidigung" vorzuhalten.

Honeymoon zwischen Trump und Kim Jong Un liegt lange zurück

In einem bilateralen Gespräch hatten sich US-Präsident Biden und der südkoreanische Präsident Moon Mitte Mai in Washington über eine Annäherung an Nordkorea beraten. Die vollständige Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel sei ihr Ziel, erklärten beide Staatoberhäupter nach dem Treffen. Man wolle weiterhin einen Dialog mit Nordkorea über sein Atomwaffenprogramm führen.

Nordkorea Raketentest

Immer wieder testet Nordkorea Raketen - und fühlt sich jetzt von den USA zusätzlich unter Druck gesetzt

Pjöngjang hatte bislang die Bitten der USA um Diplomatie zurückgewiesen, seitdem Biden das Amt von Trump übernommen hat. Machthaber Kim weigert sich weiter, seine Atomwaffen aufzugeben, verhängte aber einen Teststopp.

bru/wi (dpa, rtr)

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