Nigerias Opposition will Wahl anfechten | Aktuell Afrika | DW | 27.02.2019
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Präsidentenwahl

Nigerias Opposition will Wahl anfechten

Der unterlegene Kandidat der nigerianischen Präsidentschaftswahl, Atiku Abubakar, will gerichtlich gegen das Ergebnis vorgehen. Die Wahl war von zahlreichen gewaltsamen Zwischenfällen überschattet worden.

Vor Wahlen in Nigeria Atiku Abubakar (picture-alliance/dpa/S. Alamba)

Der Kandidat der Demokratischen Volkspartei, Abubakar, will nicht aufgeben

Nigerias Opposition will gegen die Wiederwahl von Präsident Muhammadu Buhari vor Gericht ziehen. Der unterlegene Kandidat Atiku Abubakar twitterte, er habe "noch nie erlebt, dass unsere Demokratie so derartig entwürdigt" worden sei. Die nationale Wahlkommission hatte Buhari zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt. Wie sie weiter mitteilte, gewann der 76-Jährige die Abstimmung vom Samstag mit 56 Prozent der Stimmen, vor Abubakar, der auf 41 Prozent kam. Die Wahlbeteiligung lag nur bei rund 40 Prozent.

In vielen Bundesstaaten sei es Abubakar zufolge zu vorsätzlichem Fehlverhalten gekommen. Zudem hätten Truppen in einigen Landesteilen ihre Waffen auf jene Bürger gerichtet, die die Soldaten eigentlich hätten beschützen sollen. "Folglich lehne ich hiermit das Ergebnis der Schein-Wahl vom 23. Februar ab und werde dies vor Gericht anfechten", twitterte der 72-jährige liberale Politiker.

Nigeria Anhänger Buhari Jubel (Reuters/A. Sotunde)

Anhänger Buharis jubeln über dessen Sieg bei der Wahl

Buhari hingegen bedankte sich bei denen, die ihn gewählt hatten. Er fühle sich geehrt und sei seinen Landsleuten "außerordentlich dankbar", ihnen vier weitere Jahre dienen zu dürfen. Erwartet worden war ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Kontrahenten. Experten warnten, bei einem knappen Wahlausgang könne es zu Gewalt zwischen Anhängern beider Lager kommen.

53 Tote am Tag der Abstimmung

Überschattet wurde die Wahl von gewaltsamen Zwischenfällen. Mindestens 53 Menschen wurden getötet. Wahlbeobachter und Vertreter der Zivilgesellschaft kritisierten zudem Organisationsmängel bei der Abstimmung, eine Einschüchterung von Wählern und die Zerstörung von Wahlmaterialien. 

Insgesamt 84 Millionen Menschen waren zur Abstimmung aufgerufen. Außer dem Staatsoberhaupt, das zugleich Regierungschef ist, wurde auch ein neues Parlament gewählt. Nigeria ist die größte Volkswirtschaft und zudem der wichtigste Ölproduzent Afrikas. Gleichzeitig leben in keinem Land der Welt mehr Menschen in extremer Armut.

se/cgn/chal (afp, dpa, rtr, epd) 

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