Nigeria: Islamisten greifen in der Hauptstadt an | Aktuell Afrika | DW | 20.09.2013
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Afrika

Nigeria: Islamisten greifen in der Hauptstadt an

Zum ersten Mal in diesem Jahr hat die radikalislamische Sekte Boko Haram in Nigerias Hauptstadt Abuja zugeschlagen. Es gab Tote und Verletzte.

Bei Gefechten zwischen Sicherheitskräften und Rebellen der Boko Haram-Kämpfer sind in der nigerianischen Hauptstadt Abuja mindestens sieben Menschen getötet worden. Das berichtete ein Arzt. Es habe auch Verletzte gegeben, teilte die Sprecherin des staatlichen Sicherheitsdienstes mit. Außerdem seien zwölf Mitglieder der Sekte festgenommen worden.

Zu dem Schusswechsel kam es in dem Stadtteil Apo, in dem viele Politiker leben. Nach bisherigen Erkenntnissen wollten die Sicherheitskräfte gerade in einem Haus ein Waffenarsenal der Extremisten ausheben, als diese das Feuer eröffneten. Zwei inhaftierte Boko Haram-Mitglieder hatten zuvor die Sicherheitskräfte darauf hingewiesen, dass die Rebellen in dem Haus Waffen lagern.

Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in der Hauptstadt

Nur selten gab es bisher in der Hauptstadt Attacken der Islamisten. Seit im August 2011 eine Autobombe vor einem Gebäude der Vereinten Nationen explodierte und 24 Menschen tötete, wurden die Sicherheitsmaßnahmen in der Hauptstadt verschärft.

Jonathan Goodluck, Nigerias Präsident (Foto: Jonathan Rebboah/Wostok Press/Maxppp France)

Jonathan Goodluck, Nigerias Präsident

Präsident Goodluck Jonathan hatte am 15. Mai den Ausnahmezustand über drei Bundesstaaten im Norden Nigerias verhängt. Seither geht das Militär mit großer Härte gegen die Islamisten vor.

Zuletzt gelang es der Armee nach eigenen Angaben, 150 Aufständische zu töten. Opfer gibt es allerdings weiterhin auf beiden Seiten. Am Dienstag hatten Extremisten unter anderem den Ort Benisheik angegriffen. Innerhalb von zwei Tagen registrierte die Polizei dort fast 150 Leichen.

Gefährdung der Gemeinschaft

Boko Haram bedeutet übersetzt so viel wie „der westliche Lebensweg ist Sünde“. Die Organisation steht nach eigenen Angaben in engem Kontakt mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida.

Seit 2009 kämpft die Gruppe mit terroristischen Methoden für die Einführung des islamischen Rechts, der Scharia, im Norden des westafrikanischen Landes. Nach Angaben der Regierung sollen die islamistischen Rebellen seit 2011 mehr als 1400 Menschen getötet haben.

Boko Haram gilt als größte Gefährdung für die Einheit Nigerias. Das Land ist mit 170 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste in Afrika. Rund die Hälfte der Nigerianer sind Muslime. Etwa 40 Prozent bekennen sich zum Christentum. Sie leben vorwiegend im Süden des Landes.

nem/se (afp, dpa, rtr, epd)