Nicht alle Fukushima-Flüchtlinge dürfen zurückkehren | Aktuell Asien | DW | 03.11.2013
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Aktuell Asien

Nicht alle Fukushima-Flüchtlinge dürfen zurückkehren

Erstmals seit der Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011 spricht ein Regierungsmitglied in Japan offen darüber: Viele ehemalige Bewohner werden nicht wieder in ihre Heimat zurückkehren können.

"Es wird die Zeit kommen, da jemand sagen muss: 'Sie können hier nicht mehr leben, aber wir werden Sie dafür entschädigen'", sagte der Generalsekretär der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP), Shigeru Ishiba, nach einem Bericht einer japanischen Zeitung. Der Spitzenpolitiker rief die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe demnach auf, nicht mehr allen rund 150.000 Evakuierten eine Rückkehr in ihre Häuser in Aussicht zu stellen. Die Regierung müsse stattdessen endlich jene radioaktiv verseuchten Gebiete nennen, in die eine Heimkehr niemals möglich sein werde, forderte Ishiba.

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Fukushima - auf der Suche nach Normalität (11.03.2013)

Japans Behörden versuchen, in der Region des beim Erdbeben und Tsunami beschädigten Atomkraftwerks Fukushima die Strahlenbelastung zu senken, damit die geflohenen Bewohner in ihre Häuser zurückkehren können. Allerdings bezweifeln Kritiker, dass die Bemühungen Erfolg haben.

Tabubruch: Abgeordneter überreicht Kaiser Brief

Die Radioaktivität um das Atomkraftwerk belaste auch die Gesundheit der Anwohner im weiteren Umfeld, warnte der japanische Abgeordnete Taro Yamamoto. Aus Sorge um die Bewohner brach der Atomkraftgegner ein in Japan geltendes Tabu im Umgang mit dem Kaiser: Er überreichte dem dem 79-jährigen Akihito bei einem Gartenfest ein Schreiben zur Atomkatastrophe in Fukushima.

"Ich wollte dem Kaiser direkt die derzeitige Situation schildern", sagte Yamamoto. "Er muss etwas über die Kinder wissen, die durch Radioaktivität verseucht wurden", begründete er seine Offensive. In Japan gilt es als Tabu, den Kaiser in politische Fragen zu verwickeln. Der Monarch hat eine rein repräsentative Rolle und steht somit über den politischen Auseinandersetzungen. Das Vorgehen des Abgeordneten sorgte daher für Proteste.

Brennstäbe sollen geborgen werden

Derweil reißt die Pannenserie in Fukushima nicht ab. Anfang Oktober wurden fast täglich Probleme in dem Atomkraftwerk 200 Kilometer nördlich von Tokio bekannt. Der Betreiber Tepco steht wegen seines Krisenmanagements weiter schwer in der Kritik. Dem Konzern wird vorgeworfen, unprofessionell und zu langsam reagiert zu haben.

Nun erhielt Tepco grünes Licht für die Bergung der radioaktiven Brennstäbe in Fukushima. Wie die Atomaufsichtsbehörde mitteilte, sollen die Brennstäbe Mitte November aus dem Kühlbecken des Reaktors 4 gehoben und in ein anderes Becken umgelagert werden. Die Umlagerung sei "ein großer Schritt im Prozess zur Stilllegung des Reaktors", zitierte die Nachrichtenagentur Jiji die Atomaufsichtsbehörde. Experten warnen allerdings davor, dass die Bergung der radioaktiven Stäbe zu einer weiteren Katastrophe führen könnte.

Das Erdbeben und der darauf folgende Tsunami von 2011 hatten zu einer Kernschmelze und Explosionen in den Reaktoren geführt. Dabei wurden große Mengen Radioaktivität freigesetzt.

nem/kis (dpa, rtr)

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