New York verklagt Ölkonzerne | Wirtschaft | DW | 10.01.2018
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Umweltschutz

New York verklagt Ölkonzerne

Die Stadt New York will mehrere Ölkonzerne wegen des Klimawandels auf Schadenersatz verklagen. Außerdem werde sich der städtische Pensionsfonds aus Öl-Investitionen zurückziehen.

Mit der Ostküstenmetropole New York fordert eine weitere US-Großstadt von den großen Ölmultis Zahlungen zur Bewältigung des Klimawandels. Bürgermeister Bill de Blasio forderte am Mittwoch Entschädigung für die hohen Kosten, die der Stadt bereits durch die Erderwärmung entstanden seien und die nötig seien, um ihre Infrastruktur für die weiteren Folgen zu rüsten.

New York werde deshalb Schadenersatzansprüche gegen die Konzerne BP, Chevron, ConocoPhillips, ExxonMobil und Shell stellen, kündigte de Blasio an.

USA, New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio wird nach seiner Wiederwahl von Unterstützern begrüßt (Reuters/S.Keith)

Bill de Blasio bei seiner Wiederwahl als New Yorker Bürgermeister im November 2017

"Jetzt, da der Klimawandel schlimmer wird, ist es an den Ölfirmen, deren Gier uns in diese Lage gebracht hat, die Kosten zu tragen, damit New York sicherer und widerstandsfähiger wird", sagte der Bürgemeister.

De Blasio schloss sich zudem Vorwürfen von Umweltschützern an, wonach die Ölbranche Risiken des Klimawandels über Jahre gezielt vertuscht haben soll.

Diese Anschuldigungen richten sich vor allem gegen den US-Marktführer Exxon, der deshalb auch schon im Visier des New Yorker Staatsanwalts Eric Schneiderman und anderer Ermittler steht.

"Wir bringen den Kampf gegen den Klimawandel zurück zu den Ölfirmen, die von den Auswirkungen gewusst und die Öffentlichkeit getäuscht haben, um ihre Profite zu schützen", sagte de Blasio, der der Demokratischen Partei angehört.

Rückzug aus Investitionen in fossile Brennstoffe

Shell wies die Anschuldigungen zurück. "Klimawandel ist ein komplexe Herausforderung für die Gesellschaft und sollte durch gute Politik und einen Kulturwandel angegangen werden", sagte Shell-Sprecher Curtis Smith.

Die Lösung liege in umweltfreundlicheren Angeboten für Unternehmen und Konsumenten, nicht in Gerichtsprozessen, so Curtis weiter. Die anderen Ölfirmen äußerten sich zunächst nicht.

Zuvor hatten bereits die US-Städte San Francisco, Oakland und Santa Cruz in Kalifornien ähnliche Klagen eingereicht.

Außerdem kündigte das Büro des New Yorker Bürgermeisters an, dass sich der 189 Milliarden Dollar schwere Pensionsfonds der Stadt der sogenannten Divestment-Bewegung anschließe und sich in den nächsten fünf Jahren von Investitionen in fossile Brennstoffe verabschiede.

Von der Initiative seien Aktien von mehr als 190 Unternehmen der Ölindustrie im Wert von rund fünf Milliarden Dollar betroffen.

bea/kd (dpa, AP)

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