New York meistert den ″Blackout″ | Aktuell Amerika | DW | 14.07.2019
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USA

New York meistert den "Blackout"

Stundenlang waren mehr als 70.000 Menschen in der Stadt ohne Strom. Vor genau 42 Jahren rief ein Stromausfall Plünderer auf den Plan, diesmal werden wohl eher spontane Freiluftkonzerte am Broadway in Erinnerung bleiben.

Ausgerechnet am Jahrestag des großen Blackouts von 1977 gingen in New York wieder die Lichter aus: Ein Stromausfall legte Teile von Midtown Manhattan und der Upper West Side für mehrere Stunden lahm, 70.000 Menschen saßen im Dunkeln. Auf den Tag genau vor 42 Jahren war der Strom in der Ostküsten-Metropole schon einmal weitläufig ausgefallen; damals waren Plünderer und Brandstifter durch die Stadt gezogen und hatten die Polizei auf Trab gehalten.

Diesmal überwogen andere Geschichten: Weil der Stromausfall kurz vor Beginn der großen Unterhaltungsshows auf dem Broadway zuschlug, mussten diese abgesagt werden. Mehrere Künstler verlegten kurzerhand ihre Darbietungen auf die Straße. Auch in der Carnegie Hall wurde ein Konzert unterbrochen und der Saal geräumt - also sang der Chor im Freien weiter. Ein Konzert der Popsängerin Jennifer Lopez endete während des vierten Lieds abrupt.

Um kurz vor sieben Uhr (Ortszeit) gingen zuerst an der West 64th Street die Lichter aus, von dort verbreitete sich der Blackout. Der Ausfall von U-Bahnen und Ampeln hatte ein riesiges Verkehrschaos zur Folge. Einige Medien berichten von Bürgern, die kurzentschlossen die Autos auf den Kreuzungen dirigierten, einer von ihnen mit einem Spielzeug-Laserschwert. Die Feuerwehr musste mehrfach ausrücken, um Menschen aus steckengebliebenen Aufzügen zu befreien. Viele Restaurants und Bars blieben trotz des Stromausfalls geöffnet.

USA, New York: Chaos nach Stromausfall (Reuters/J. Moon)

Hier leuchten einzelne Ampeln nahe dem Times Square schon wieder - aber das Verkehrschaos ist trotzdem noch da

Gegen elf Uhr (Ortszeit) wurde die Störung dann behoben, eine Stunde später waren laut Bürgermeister Bill de Blasio alle betroffenen Gebiete wieder am Netz. Wie es überhaupt zu so einem weitreichenden Ausfall kommen konnte, wird aufgearbeitet. Die Feuerwehr machte einen unterirdischen Transformator verantwortlich, der erst Feuer gefangen habe und schließlich explodiert sei. De Blasio sprach von einem "mechanischen Problem" im Stromnetz, das nicht auf Fremdeinwirkung zurückzuführen sei.

Der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, kündigte Untersuchungen wegen des Stromausfalls an - "der Fakt, dass das überhaupt passiert ist, ist nicht akzeptierbar". Der letzte große Blackout in New York ist sieben Jahre her, damals legte der Sturm "Sandy" Teile der Metropole lahm.

ehl/kle (dpa, rtr, ap)

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