New Mexico: Kinder zum Töten trainiert? | Aktuell Amerika | DW | 09.08.2018
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USA

New Mexico: Kinder zum Töten trainiert?

Dreckige Lumpen am Körper, völlig verwahrlost - in diesem Zustand fanden die Ermittler die Kindergruppe in einer abgelegenen Gegend in New Mexico. Nun gehen sie einem schrecklichen Verdacht nach.

USA Elf verwahrloste Kinder in Taos befreit (picture alliance/AP Photo/J. Moya)

In dem Verschlag wurden die Kinder entdeckt

Die Behörden im US-Bundesstaat New Mexico haben Medienberichten zufolge die Vermutung, dass mutmaßliche muslimische Extremisten die Kinder für Schulschießereien ausgebildet haben könnten. Der örtliche Sender KOB4 berichtete, der Verdacht gehe aus Unterlagen des Gerichts im Bezirk Taos hervor. Bei einer Razzia auf einem Grundstück nördlich von Taos hatte die Polizei am vergangenen Freitag elf verwahrloste und hungernde Kinder entdeckt, die Pflegefamilien übergeben wurden. Kurz danach fanden Sicherheitskräfte dort zudem die Leiche eines Jungen. Fünf Menschen wurden festgenommen.

Am Sturmgewehr ausgebildet

Taos' Bezirks-Sheriff Jerry Hogrefe hatte anschließend mitgeteilt, die Sicherheitskräfte seien davon ausgegangen, dass die Verdächtigen vermutlich schwer bewaffnet seien und als "Extremisten muslimischen Glaubens" zu gelten hätten. Bei den Festgenommenen habe es sich um zwei bewaffnete Männer und drei Frauen gehandelt. Die Frauen seien womöglich die Mütter der Kinder. Die elf verwahrlosten Kinder seien im Alter zwischen einem und 15 Jahren gewesen.

Keine Schuhe, verdreckt

Den Beschuldigten wird Kindesmissbrauch vorgeworfen. KOB4 berichtete vom Gericht in Taos, dass die Staatsanwaltschaft die Aussage einer Pflegefamilie vorgebracht habe, wonach das in Obhut genommene Kind von den Verdächtigen "im Gebrauch eines Sturmgewehrs zur Vorbereitung von zukünftigen Schulschießereien" ausgebildet worden sei. Hogrefe beschrieb die Umstände, unter denen die Kinder hausen mussten. "Die einzigen Lebensmittel, die wir sahen, waren ein paar Kartoffeln und eine Kiste mit Reis in einem dreckigen Wohnwagen", sagte der Sheriff. Sein Team habe insgesamt fünf Erwachsene und elf Kinder gefunden, die wie Flüchlinge aus einem Dritte-Welt-Land ausgesehen hätten, "nicht nur ohne Essen oder Trinkwasser, sondern auch ohne Schuhe, persönliche Hygiene und im Prinzip mit dreckigen Lumpen als Kleidung".

Siraj Ibn Wahhaj, Verdächtiger im Fall der elf in Taos befreiten verwahrlosten Kinder (picture alliance/AP Photo/M. Lee)

Der Hauptverdächtige: Siraj Ibn Wahhaj (Mitte)

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht nun einer der festgenommenen Männer, dessen Namen mit Siraj Ibn Wahhaj angegeben wird. Er stelle eine "große Gefahr für die auf dem Grundstück gefundenen Kinder sowie für die Allgemeinheit als Ganzes dar", heißt es in der Akte der Staatsanwaltschaft. Bei der Kinderleiche handelt es sich mutmaßlich um Wahhajs Sohn, die Identifizierung läuft noch. Der damals dreijährige Junge war Ende vergangenen Jahres von seiner Mutter im Bundesstaat Georgia als vermisst gemeldet worden. Der Einsatz, der am Freitag zur Befreiung der elf Kinder geführt hatte, war Teil der monatelangen Suche nach dem entführten Jungen aus Georgia gewesen.

ml/sti (dpa, afp)

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