Neuer Kälterekord in der Antarktis | Wissen & Umwelt | DW | 01.07.2018
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Temperaturmessungen

Neuer Kälterekord in der Antarktis

Der kälteste Ort der Erde ist noch kälter als bisher gedacht. Fast 100 Grad minus haben Forscher in der Antarktis gemessen. Wegen des Klimawandels wird dieser Rekordwert aber kaum Bestand haben.

Viel tiefere Temperaturen dürften kaum mehr möglich sein, erklären Forscher von der Unversität Colorado in Boulder im Fachmagazin "Geophysical Research Letters". Der bislang tiefste gemessene Wert stammt noch aus dem Jahr 1983 und wurde an der Antarktis-Station Wostok gemessen. Er betrug minus 89,2 Grad.

Die aktuelle Rekordzahl - 98,6 Grad - ist aber auch schon etwas älter, sie wurde nordwestlich der Wostok-Station bereits am 23. Juli 2004 gemessen, also mitten im südlichen Winter. Die Studie wurde jedoch erst jetzt veröffentlicht – nachdem noch zwölf weitere Jahre Messungen vorgenommen wurden.

Extremwetter Wostok-Station der Antarktis (Public Domain)

Der wohl kälteste Arbeitsplatz: Polarstation Wostok in der Antarktis

Trockene Luft verstärkt Kälte

Die Messstelle liegt auf einem Hochplateau in der östlichen Antarktis in etwa 3800 Metern Höhe. Sie gehört zu einer langgestreckten Region, zu deren Seiten sich das Eis in unterschiedliche Richtungen bewegt. "In diesem Bereich sehen wir Perioden extrem trockener Luft und dadurch kann die Wärme von der Schneeoberfläche leichter in den Weltraum strahlen", erklärt Studienleiter Ted Scambos. Er geht aber davon aus, dass ein weiteres Abkühlen des Eises nicht möglich ist - Grund sei der Klimawandel mit einer allgemein höheren Luftfeuchtigkeit.

fab/kle (dpa, Geophysical Research Letters)

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