Neue Zweifel an der Energiewende | Aktuell Wirtschaft | DW | 27.05.2012
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Aktuell Wirtschaft

Neue Zweifel an der Energiewende

Nach dem Wechsel an der Spitze des Umweltministeriums geht die Energiedebatte weiter. Während der neue Minister Altmaier den Atomausstieg für unumkehrbar hält, sind sich Politiker aus Union und FDP nicht mehr so sicher.

Zwei Monteure arbeiten bei Elsfleth an Strommasten (foto:dapd)

Deutschland Energie Strom Strommast Industrie klagt über unsicherere Stromversorgung

"Es wird kein Zurück geben. Die Kernenergie in Deutschland ist Geschichte." Erst wenige Tage im Amt sieht der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) keine Akzeptanz der Atomenergie in der deutschen Bevölkerung. Er rechne auch nicht mit Forderungen aus Wirtschaft und Politik nach einer Rückkehr zur Atomkraft, so Altmaier in der "Welt am Sonntag". Doch damit könnte er sich täuschen.

Altmaiers Parteikollege, Unionsfraktionsvize Michael Fuchs, brachte inzwischen eine Verzögerung des Atomausstiegs ins Gespräch. "Bisher reduziert sich die Energiewende leider darauf, dass wir die Atomkraftwerke abschalten wollen, aber die Konsequenzen nicht zu Ende gedacht haben", so Fuchs ebenfalls in der "Welt am Sonntag". Angeheizt hatte die Debatte durch Ex-Wirtschaftsminister Rainer Brüderle. Die Ziele seien überaus ehrgeizig gesetzt und man werde "eine ganze Reihe von Gas- und Kohlekraftwerken bauen müssen, möglicherweise mehr als wir dachten", so der FDP-Fraktionschef.

Sorge um die deutsche Industrie

Der E.on-Aufsichtsratsvorsitzende Werner Wenning zweifelte an der Entschlossenheit der Politik bei der Umsetzung der Energiewende. Ihre Verkündigung sei nun ein Jahr her, so Wenning, "Und dennoch gibt es bis heute keine verlässliche Planung für dieses politische Projekt." Die Energiewende sei der größte Eingriff in die Wertschöpfungskette der deutschen Industrie, den es je gegeben habe, sagte Wenning der "Welt am Sonntag".

Bundeskanzlerin Angela Merkel macht ihrem neuen Umweltminister jetzt Druck. In der kommenden Woche will sie sich persönlich bei der Bundesnetzagentur in Bonn über den Stand des Netzausbaus informieren. In ihrer wöchentlichen Video-Botschaft im Internet sagte die Kanzlerin, sie wolle bei ihrem Besuch auch erkunden, "was gegebenenfalls politisch getan werden kann, um die Dinge zu beschleunigen". Die Zeit dränge, bei den großen Übertragungsnetzen sei man mit vielen Projekten im Rückstand.

fab/sc/kle (dpa,dapd,afp)