Neue Vizepräsidentin in Ecuador | Aktuell Amerika | DW | 07.01.2018
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Lateinamerika

Neue Vizepräsidentin in Ecuador

Nach dem Korruptionsskandal um den verurteilten Vize-Staatschef Jorge Glas ist die Sozialistin Maria Alejandra Vicuna zu dessen Nachfolgerin gewählt worden. Die 39-Jährige setzte sich gegen zwei Konkurrentinnen durch.

Maria Alejandra Vicuna erhielt in der Nationalversammlung 70 Stimmen von 106 anwesenden Abgeordneten. Das Parlament veröffentlichte das Ergebnis im Kurznachrichtendienst Twitter. Ihre Mitbewerberinnen, Außenministerin Maria Fernanda Espinosa und Justizministerin Rosana Alvarado, blieben ohne Chance. Die Sozialistin wird damit die neue Vertreterin von Staatschef Lenín Moreno und ist erst die zweite Vizepräsidentin in der Geschichte des südamerikanischen Landes. Die bisherige Bauministerin war im Oktober von Moreno für das Amt ausgewählt worden.

Ihr Vorgänger Glas war vor drei Wochen wegen Korruption zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Er und weitere acht Personen wurden für schuldig befunden, Bestechungsgeld angenommen und dafür öffentliche Aufträge zum Bau von Erdöl-Infrastrukturprojekten an den brasilianischen Konzern Odebrecht vergeben zu haben. Glas und die anderen Verurteilten sollen außerdem rund 33,5 Millionen Dollar als Schadenersatz an den Staat zahlen.

Das Strafverfahren gegen Glas führte auch zu einem Bruch zwischen dem linksorientierten, pragmatisch regierenden Moreno und seinem linken Vorgänger Rafael Correa. Moreno hatte sich nach Bekanntwerden der Ermittlungen von seinem Vizepräsidenten distanziert und ihn im August von allen Regierungsaufgaben entbunden. Correa unterstützte dagegen weiter seinen ehemaligen Minister und Weggefährten - und warf Moreno politische Verfolgung und Verrat vor.

se/ml (dpa, afp, ap)

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