Neue Repressalien gegen Muslimbrüder | Aktuell Welt | DW | 17.09.2013
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Aktuell Welt

Neue Repressalien gegen Muslimbrüder

Ägyptens Militärherrscher gehen weiter gegen Anhänger der Muslimbruderschaft vor. Mehrere Funktionäre wurden verhaftet, Konten von Parteimitgliedern eingefroren.

Ein Panzer der ägyptischen Armee hinter einer Absperrung. (Foto: dpa)

Ägyptischer Panzer: Das Militär geht weiterhin massiv gegen die Muslimbruderschaft vor.

Nach mehreren Parteiführern ist am Dienstag auch der Sprecher der islamistischen Muslimbrüder, Gehad al-Haddad, festgenommen worden. Aus ägyptischen Sicherheitskreisen hieß es, er sei zusammen mit mit fünf anderen Islamisten in einer Wohnung in Kairo aufgegriffen worden. Dem bei den Medien als Interview-Partner beliebte Haddad wird vorgeworfen, zur Tötung von Demonstranten aufgerufen zu haben. Unter den Männern befindet sich den Angaben zufolge auch Hossam Abu Bakr, Ex-Gouverneur der Provinz Kaliubija nördlich von Kairo, den das Militär abgesetzt hatte. Die Festgenommenen sollten ins Gefängnis Tora im Süden Kairos gebracht werden, wo schon etliche Muslimbrüder einsitzen, darunter der Parteivorsitzende Mohammed Badie.

Vermögen von Islamisten eingefroren

Wenige Stunden zuvor waren außerdem die Vermögen von insgesamt 24 ranghohen Mitgliedern der Muslimbruderschaft eingefroren worden. Ein Gericht in der Hauptstadt Kairo hatte am Dienstag einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft zugestimmt. Die Sperre gilt auch für den ehemaligen salafistischen Präsidentschaftskandidaten Hasim Abu Ismail. Er sitzt ebenfalls in Haft, gehört aber nicht der Muslimbruderschaft an.

Der islamistische Präsidenten Mohammed Mursi, der der Partei der Muslimbrüder angehört, war am 3. Juli vom Militär entmachtet worden. Daraufhin hatten seine Anhänger im ganzen Land wochenlang demonstriert. Am 14. August hatte das Militär dann zwei Protestlager der Muslimbrüder in Kairo mit Gewalt geräumt. Bei gewaltsamen Unruhen kamen insgesamt mindestens tausend Menschen ums Leben.

Die Demonstraten sind verängstigt

Weil mittlerweile nahezu die gesamte Führungsriege der Muslimbruderschaft verhaftet wurde, ist die Zahl der offenbar verängstigten Demonstranten in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. Der landesweite Ausnahmezustand, den die Übergangsregierung ausgerufen hat, wurde bis Mitte November verlängert. Mursi, selbst wird an einem geheimgehaltenen Ort festgehalten. Auch ihm wird Aufruf zum Mord und zur Gewalt vorgeworfen.

cw/gmf (Reuters, dpa, afp, kna)