Neu Delhi erlässt partielles Fahrverbot wegen Smog | Aktuell Asien | DW | 04.11.2019
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Luftverschmutzung in Indien

Neu Delhi erlässt partielles Fahrverbot wegen Smog

Neu Delhi versinkt weiter im Smog. Jetzt hat Regierungschef Arvind Kejriwal ein partielles Fahrverbot für Autos angeordnet. Doch die Forderungen nach einer dauerhaften Lösung für das Smog-Problem werden lauter.

Indien Luftverschmutzung in Delhi

Die Luftverschmutzung in Neu Delhi zwingt viele Einwohner Atemmasken zu tragen. Besonders Kinder und Ältere sind betroffen.

In Neu Delhi steht das öffentliche Leben wegen dichtem Smog teilweise still. Der Regierungschef Neu Delhis erließ ein neues, partielles Fahrverbot für die Hälfte der 1,2 Millionen registrierten Autos. Konkret bedeutet das, dass Autos mit einer ungeraden Zahl im Nummernschild nur an ungeraden Tagen fahren dürfen. Autos mit einer geraden Zahl im Nummernschild dürfen somit nur an geraden Tagen fahren.

Das Fahrverbot ist der jüngste Schritt im Kampf gegen den am Freitag ausgerufenen Gesundheitsnotstand für die 20-Millionen-Einwohner-Metropole. Seit Tagen sind Schulen in der Region geschlossen und auch Baustellen und einige Industrieanlagen sind außer Betrieb. Am Freitag hatte die Regierung begonnen, fünf Millionen Atemmasken wegen der katastrophalen Luftqualität zu verteilen. 

Indien Luftverschmutzung in Delhi

Neu Delhis Hochhäuser versinken im Smog

Grenzwert mehrfach überschritten

Starke Smogbildung von Oktober bis Februar ist im Norden Indiens ein bekanntes Phänomen, das dieses Jahr seinen Höhepunkt erreicht hat. Die Konzentration der Feinstaubpartikel ist in diesem Jahr mit 600 Mikrogramm pro Kubikmeter zwölf Mal höher als der Grenzwert. Der indische Winter bringt feuchte Tage, die vor allem durch dichten Nebel geprägt sind. Dieser verwandelt sich schnell in Smog, besonders durch Autoabgase, Fabrik-Emissionen, Staub von Baustellen und Feuern von Feldern und Müllhalden. 

Konkret bedeutet das nicht nur eine anhaltende Smogwolke, sondern auch eine stark eingeschränkte Sicht, brennende Augen und Atemprobleme. Arvind Kejriwal vergleicht Neu Delhi sogar mit einer Gaskammer. Der Smog sei überall und besonders Kinder und Ältere hätten Probleme beim Atmen, so der Regierungschef. Er macht vor allem das Abbrennen von abgeernteten Feldern für die prekäre Lage verantwortlich und betont, dass die Stadt alles unternommen habe, um die Verschmutzung zu bekämpfen.  

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehören 14 Städte in Indien zu den 15 am stärksten verschmutzten Städten weltweit. Experten zufolge verursacht der Feinstaub mehr als eine Millionen vorzeitige Todesfälle pro Jahr in Indien. Es werden zwar Notfallmaßnahmen getroffen, jedoch fehlt es in indischen Ballungsräumen an einer wirksamen und langfristigen Strategie zur Verbesserung der Luftqualität, wie sie Peking etabliert hat. Deswegen fordern immer mehr Menschen auch langfristige Maßnahmen für Indien. 

jp/ kle (afp, ep, ap)