Nestlé verkauft bald auch Starbucks-Kaffee | Wirtschaft | DW | 07.05.2018
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Kaffeemarkt

Nestlé verkauft bald auch Starbucks-Kaffee

George Clooney wird womöglich bald Kaffee von Starbucks trinken (müssen). Bisher warb der Schauspieler für Kaffee von Nestlé - aber Nestlé hat nun die Rechte für die Vermarktung von Starbucks Kaffeeprodukten gekauft.

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Kaffeegeschäft: Zwei Riesen tun sich zusammen

Für den Kauf des Handelsgeschäfts von Starbucks bezahlt der Schweizer Lebensmittelkonzern rund sechs Milliarden Euro. Damit kann Nestlé künftig Starbucks-Produkte wie Kaffeebohnen oder gemahlenen Kaffee in allen Supermärkten vertreiben, wie beide Seiten am Montag mitteilten. Nicht Teil des Deals sind die weltweit über 28.000 Starbucks-Kaffeehäuser.

"Das ist ein bedeutender Schritt für unser Kaffeegeschäft. Es ist die größte der schnell wachsenden Produktkategorien von Nestlé", sagte Vorstandschef Ulf Mark Schneider laut Mitteilung. Mit der Kaffeesparte machen die Schweizer bisher Medienberichten zufolge gut 14 Milliarden Euro Umsatz. Das entspricht einem Weltmarktanteil von immerhin 27 Prozent, schätzte unlängst die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Der Kaffeemarkt sei zwar umkämpft, hatte Schneider im Februar im Interview mit dem deutschen "Handelsblatt" erklärt, das schrecke ihn nicht ab. Zwar gebe es mehrere große Kaffeeanbieter, aber: "Wir sind der größte davon, in aller Bescheidenheit, und wir haben auch nichts zu verschenken".

Wachstumsmarkt Kaffee

Nestlé ist mit den Kaffeemarken Nescafé und Nespresso im Geschäft. Die Kaffeekapseln Nespresso machten die Schweizer nicht zuletzt durch den Einsatz der Werbe-Ikone George Clooney zu einem anhaltenden Erfolg. Dass Nestlé das Geschäft mit dem Kaffee ausbauen will, wurde unlängst deutlich, als der neue Chef Schneider den kleineren, exklusiven US-Fachhändler und Kaffeeröster  Blue Bottle Coffee aus Oakland übernahm. Der Kaufpreis wurde auf 400 Millionen Dollar geschätzt.

Für Nestlé gilt Kaffee neben den Sparten Babynahrung, Tierfutter und Wasser als zentraler Wachstumstreiber. Das hatte Schneider schon kurz nach seiner Amtsüberahme vor gut einem Jahr klargestellt. Für Starbucks macht die Handelsparte nur einen relativ kleinen Teil seines Geschäfts aus. Zehn Prozent des Umsatzes machte die Kaffeekette durch den dem Verkauf von fertigem Kaffee, Bohnen und anderen Getränken mit dem eigenen Namen in Supermärkten oder über den Großhandel etwa für Hotels.

Starbucks - Cafe mit Logo (picture-alliance/dpa/T. Hase)

Starbucks konzentriert sich auf seine Cafés

Die US-Kette hatte im November bereits ihre Teemarke Tazo für 384 Millionen Dollar an Nestlés Rivalen Unilever verkauft. An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Schon als Gerüchte über den Deal sich verdichteten, stieg die Starbucks-Aktie um knapp drei Prozent, auch die Titel von Nestlé legten leicht zu.

ar/bea  (rtr, dpa, ap – Archiv, Starbucks) 

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