Nero - Plädoyer für eine Bestie | TV | DW | 11.07.2018
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Nero - Plädoyer für eine Bestie

Nero ist der Inbegriff des wahnsinnigen Tyrannen. Aber war der römische Kaiser wirklich der Unhold, als der er oft beschrieben wird?

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Trailer: Nero - Plädoyer für eine Bestie

Wissenschaftler liefern jetzt Argumente dafür, dass ein solcher Nero nie existiert hat. Nero wurde das Opfer antiker Chronisten, die der Oberschicht angehörten. Sie rächten sich an einem Kaiser, der die Eliten entmachtete.

Nero - der wahnsinnige Kaiser, der befohlen hat, Rom niederzubrennen, und dazu die Leier spielte - ein Scheusal, ein Tyrann. Lagen wir mit unserem Bild etwa falsch? Die Herrschaft Neros von 54 bis 68 nach Christus erfährt eine neue Interpretation.

 

 

Mit Hilfe von Computerrekonstruktionen agieren Schauspieler mitten im antiken Rom: Nero war Sohn einer machthungrigen Mutter namens Agrippina, mit der er in einen immer größeren Konflikt gerät.

Agrippina die Jüngere (picture-alliance/United Archives/WHA)

Agrippina die Jüngere

Der Muttermord erscheint als letztes Mittel in diesem System dynastischer Politik. Dieses Verbrechen wird im Licht der damaligen Zeit analysiert, Neros persönliche Fähigkeiten und Defizite werden erörtert.

Er erscheint als Herrscher, der bereits zu Lebzeiten nie den Erwartungen der Eliten von "gutem Kaisertum" entsprach, wenn auch aus anderen Gründen als zumeist bekannt. Seine künstlerischen Ambitionen verwirrten sie, seine Absage an grausame Gladiatorenkämpfe und kriegerische Expansion verachteten sie.

Nero scheint rückblickend seiner Zeit voraus, weil er beinah humanistische Ideale pflegte. Doch er regierte eine Gesellschaft, zu deren Werten und Gesetzen die Grausamkeit gehörte und für die der Mord an Familienangehörigen legitimes Mittel der Politik war.

Sendezeiten: 
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