Navajo in Indiana hingerichtet | Aktuell Amerika | DW | 27.08.2020
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Todesstrafe

Navajo in Indiana hingerichtet

Ungeachtet von Protesten ist in den Vereinigten Staaten das Todesurteil gegen einen Angehörigen der Navajo vollstreckt worden. Er war zuletzt der einzige Ureinwohner in einer US-Todeszelle.

Der Doppelmörder Lezmond Mitchell sei im Gefängnis von Terre Haute im Bundesstaat Indiana hingerichtet worden, bestätigte das US-Justizministerium. Das Todesurteil wurde demnach per Giftspritze vollstreckt. Um kurz vor 18.30 Uhr Ortszeit wurde der 38-Jährige für tot erklärt.

Gemeinsam mit einem Komplizen hatte Mitchell 2001 bei einem Autoraub im Bundesstaat Arizona eine 63-jährige Frau und deren neunjährige Enkelin ermordet. Die damals jungen Männer erstachen zunächst die Großmutter. Dann zwangen sie das Mädchen, während einer rund 50 Kilometer langen Fahrt im Auto neben der Leiche ihrer Oma zu sitzen. Anschließend brachten sie auch das Kind um - auf bestialische Weise.

Umstrittenes Urteil

Das 2003 von einem Bundesgericht verhängte Todesurteil gegen den Navajo war umstritten. Laut einem Bundesgesetz braucht die US-Justiz für die Verhängung der Todesstrafe die Zustimmung eines Stammes, wenn die Tat sich in dessen Territorium ereignete und Täter und Opfer dem Stamm angehören. Die Navajo verweigerten aber die Zustimmung, auch die Opferfamilie forderte lediglich lebenslange Haft. Die Anklage umging den Widerstand, indem sie den Straftatbestand Autoraub mit Todesfolge aufführte, der nicht unter das fragliche Bundesgesetz fällt.

Lezmond Mitchell (picture alliance/AP Photo/Courtesy Auska Mitchell)

Lezmond Mitchell - auf einem undatierten Familienfoto

Etliche Stämme hatten US-Präsident Donald Trump zuletzt vergeblich dazu aufgefordert, das Todesurteil doch noch in eine Haftstrafe umzuwandeln. "Knapp 19 Jahre, nachdem Lezmond Mitchell brutal das Leben von zwei Menschen beendet und das Leben vieler anderer zerstört hat, wurde der Gerechtigkeit nun Genüge getan", erklärte das Justizministerium in Washington. Hinrichtungen auf Bundesebene waren unter Trump erst Mitte Juli wieder aufgenommen worden - nach 17-jähriger Unterbrechung.

wa/ww (afp, rtr)

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