Naturschützer sehen noch mehr Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht | Aktuell Welt | DW | 19.07.2019
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Rote Liste

Naturschützer sehen noch mehr Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht

Auf der Roten Liste stehen jetzt weitere 7000 Tier- und Pflanzenarten, die gefährdet sind. Die Weltnaturschutzunion spricht von einer dramatischen Entwicklung - mit Folgen für die ganze Menschheit.

Überfischung und Jagd bedrohen Rochen und Affen | Geigenrochen (picture-alliance/dpa/IUCN/M. Khan)

Überfischung und Jagd bedrohen untern anderem die Art der Geigenrochen

In der neuesten Fassung der Roten Liste, die von der Weltnaturschutzunion (IUCN) veröffentlicht wurde, sind insgesamt 105.000 Arten aufgeführt. 28.000 davon gelten als direkt vom Aussterben bedroht. "Der Niedergang der Natur vollzieht sich in einem nie da gewesenen Tempo", erklärte IUCN-Chefin Grethel Aguilar. "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Bewahrung der Biodiversität in unserem eigenen Interesse ist", forderte sie.

Der Vorsitzende des Weltrats für Biodiversität (IPBES) hatte im Mai erklärt, der Rückgang der Artenvielfalt sei eine ebenso große Gefahr für den Menschen wie der Klimawandel. Menschliche Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wasser und Sauerstoff sind davon berührt.

Insgesamt eine Million Arten vom Aussterben bedroht

Dass so viele Primaten, Fische und Bäume vom Aussterben bedroht sind, liegt vor allem an der Rodung der Wälder und der Überfischung der Meere. Laut IPBES könnten "in den kommenden Jahrzehnten" rund eine Million Tier- und Pflanzenarten verschwinden. Die Wissenschaftler forderten daher "tiefgreifende Änderungen" vor allem in der Landwirtschaft.

Afrikas Nationalparks (picture-alliance/dpa/B. Curtis)

Auch viele Primatenarten wie Gorillas sind vom Aussterben bedroht

In die aktuelle Fassung der Roten Liste wurden unter anderem sieben Primatenarten, aber auch Breitnasenfische und Geigenrochen aufgenommen. Geigenrochen leben im seichten Wasser, etwa im Indischen Ozean, dem Westpazifik, im Ostatlantik und im Mittelmeer. Sie werden gezielt gejagt, landen häufig aber auch als Beifang in den Netzen. Das Fleisch werde verkauft, aus den Flossen würden in einigen Ländern Suppen zubereitet.

Insgesamt bestehe die größte Gefahr für Arten, die vom Menschen als Nahrung genutzt würden, so die IUCN. Nationaler und internationaler Handel würden zum Rückgang von Arten in den Ozeanen, im Süßwasser und auf dem Land beitragen. Es brauche in großem Umfang entschiedenes Handeln, um diesen Rückgang aufzuhalten.

bru/jj (dpa, afp)

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