Naturkatastrophen trafen zwei Milliarden Menschen | Aktuell Welt | DW | 31.10.2018
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Hilfsorganisationen

Naturkatastrophen trafen zwei Milliarden Menschen

Millionen Menschen weltweit bleiben nach Katastrophen in ihrem Elend allein. In den meisten Fällen hängt ihr Unglück mit dem Wetter zusammen. Das zeigt ein neuer Bericht des Roten Kreuzes.

Indonesien Lombok - Schäden nach Erdbeben (picture-alliance/dpa/AP/F. Lisnawati)

Nach dem Erdbeben auf der indonesischen Insel Lombok im August

Rund zwei Milliarden Menschen haben laut dem Roten Kreuz in den vergangenen zehn Jahren direkt unter Naturkatastrophen gelitten. Überschwemmungen hätten die Hälfte der 3750 erfassten Katastrophen ausgemacht. Die andere Hälfte setze sich vor allem aus Stürmen, Hitzewellen, Erdrutschen, Feuersbrünsten, Erdbeben und Vulkanausbrüchen zusammen, heißt es in dem Rot-Kreuz-Bericht 2018. Laut der Statistik kamen von 2008 bis 2017 mehr als 700.000 Menschen durch Unglücke dieser Art ums Leben, die Hälfte davon durch Erdbeben.

Mit Netzwerken in 190 Ländern ist die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) die größte Freiwilligen-Hilfsorganisation der Welt.

Unwetter in Japan (picture-alliance/dpa)

Schlammlawinen nach Starkregen zerstörten im Juli Wohnviertel bei Hiroshima in Japan

Allein im Elend

Längst nicht alle Menschen in Not bekommen auch die Hilfe, die sie dringend brauchen. Millionen Menschen weltweit bleiben nach Katastrophen in ihrem Elend allein. Bei manchen Einsätzen erreichten von internationalen Organisationen unterstützte Helfer wahrscheinlich weniger als die Hälfte der Betroffenen, kritisiert das Rote Kreuz.

Das UN-Nothilfebüro OCHA geht davon aus, dass in diesem Jahr 134 Millionen Menschen humanitäre Hilfe brauchen. Das ist etwa jeder 57. Erdenbewohner. Die Vereinten Nationen kümmerten sich laut den Angaben um 97 Millionen Bedürftige. Die anderen seien auf Hilfe etwa von ihren Regierungen, vom Roten Kreuz oder anderen Organisationen angewiesen.

USA - Überflutungen in Maryland, Ellicott City (picture alliance/AP/Baltimore Sun/L. Solomon)

Im Mai führten heftige Regenfälle zu massiven Überschwemmungen im US-Bundesstaat Maryland

Das klappt aber längst nicht überall. Das Rote Kreuz listet Faktoren auf, die Nothelfer ausbremsen: Manchmal hätten Menschen keine Geburtsurkunden und tauchen in Bevölkerungsstatistiken nicht auf - darauf basieren aber Analysen, was genau in welcher Region nach einer Katastrophe gebraucht wird. Oder Behörden erwähnten diskriminierte Minderheiten nicht. Manche Regionen seien schwer erreichbar, entweder, weil das Gelände unwegsam ist oder Rebellen oder Banden Wege unsicher machen. Andernorts verstünden Helfer kulturelle oder soziale Hürden nicht.

BG Dürre | Äthiopien (picture-alliance/AP Photo/E. Meseret)

Seit drei Jahren gab es in der Somali-Region von Äthiopien keinen richtigen Niederschlag mehr

Das Rote Kreuz kritisiert zudem die mangelnde finanzielle Hilfsbereitschaft der Staatengemeinschaft. 2017 hätten die Vereinten Nationen nur 56 Prozent der benötigten Gelder erhalten, um Menschen in humanitären Krisen beizustehen.

se/rb (epd, dpa, kna)

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