Nach Migrantenzustrom bringt Athen hunderte Flüchtlinge zum Festland | Aktuell Europa | DW | 28.09.2019
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Griechenland

Nach Migrantenzustrom bringt Athen hunderte Flüchtlinge zum Festland

Die Regierung spricht bereits von einer "nationalen Krise". Tatsächlich sind die Zustände in den überfüllten Lagern auf den Ägäis-Inseln so menschenunwürdig, dass allein eine Verlegung von Migranten Abhilfe verspricht.

Flüchtlingslager auf der Insel Samos (Foto: Infomigrants/N. Ahmadi)

Flüchtlingslager auf der Insel Samos

Um die überfüllten Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln im Osten der Ägäis zu entlasten, hat die Regierung in Athen gut 350 Migranten aufs Festland bringen lassen. Hunderte weitere Migranten sollten am Montag in die Hafenstadt Piräus gebracht werden, berichtete das Staatsfernsehen (ERT). 

Bereits am Freitag hatte Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos erklärt, der Anstieg der Zahl der Flüchtlinge aus der Türkei nach Griechenland nehme "die Dimensionen einer nationalen Krise an". Die Regierung in Athen will daher insgesamt mehr als 10.000 Menschen aus den Registrierlagern auf den Inseln aufs Festland bringen. Das wurde nach einem Treffen des Bürgerschutzministers Michalis Chryssochoidis mit allen Gouverneuren der 13 Regionen Griechenlands beschlossen.

"Auf einigen Inseln mehr Migranten als Einwohner" 

"Es geht nicht anders. Es gibt auf einigen Inseln mehr Migranten als Einwohner", sagte der Gouverneur der Halbinsel Peloponnes, Panagiotis Nikas, nach dem Treffen. "Wir müssen jetzt agieren und Menschen aufnehmen." Hauptsächlich würden Menschen aufs Festland gebracht, die gute Aussichten auf Asyl in Griechenland hätten.

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Griechenland: Die Hölle von Samos

Im April war die Zahl der auf den Inseln lebenden Migranten auf 14.000 zurückgegangen. Seitdem hat sich der Zuzug der Flüchtlinge aber wieder verstärkt. Im August kamen nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) 8103 Migranten auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos an. 

Personalmangel verzögert Bearbeitung der Anträge

Das ist die höchste Zahl seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Flüchtlingspakts im März 2016. Dieser sieht vor, dass die Europäische Union alle Flüchtlinge und Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Die Bearbeitung der Asylanträge kommt wegen Personalmangels in Griechenland jedoch nur mühsam voran.

sti/pg (ap, dpa)

 

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