Nach McCabe-Entlassung: Ex-CIA-Chef Brennan geht auf Trump los | Aktuell Amerika | DW | 17.03.2018
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US-Bundespolizei

Nach McCabe-Entlassung: Ex-CIA-Chef Brennan geht auf Trump los

Die Entlassung von Ex-FBI-Vizedirektor Andrew McCabe schlägt hohe Wellen. Der frühere CIA-Chef John Brennan etwa lässt kein gutes Haar an US-Präsident Donald Trump und bezeichnet ihn als unmoralisch und korrupt.

Der ehemalige Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Brennan (Artikelbild), reagierte heftig auf die Entscheidung von US-Präsident Trump, Andrew McCabe zu entlassen. Brennan wörtlich: "Wenn das volle Ausmaß Ihrer Käuflichkeit, moralischen Verderbtheit und politischen Korrumpierung bekannt wird, werden Sie als Demagoge in Schande Ihren rechtmäßigen Platz im Mülleimer der Geschichte einnehmen. Sie können Andy McCabe zum Sündenbock machen, aber Sie werden Amerika nicht zerstören ... Amerika wird über Sie triumphieren", antwortete Brennan auf einen Tweet von Trump.

Zuvor hatte FBI-Vizedirektor McCabe die volle Härte des US-Präsidenten zu spüren bekommen - in Gestalt von US-Justizminister Jeff Sessions, der den Beamten feuerte. Trump twitterte: "Andrew McCabe GEFEUERT, ein großartiger Tag für die hart arbeitenden Männer und Frauen des FBI - ein großartiger Tag für die Demokratie." Lange schon stand McCabe in der Schusslinie Trumps. Am Sonntag, seinem 50. Geburtstag, sollte der Agent in Rente gehen - im 21. Jahr beim FBI. Trump machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Durch die vorzeitige Entlassung kommt McCabe nun nicht in den Genuss aller Rentenansprüche.

McCabe bestreitet Vorwürfe

Begründet wurde die Entlassung mit dem "schlechtem Verhalten" von McCabe. Justizminister Sessions verwies dabei auf eine Empfehlung des Generalinspekteurs und anderer interner Stellen beim FBI. Ein Bericht des Generalinspekteurs kommt zu dem Schluss, dass McCabe interne Ermittler über ein Gespräch mit einem Ex-Journalisten des "Wall Street Journal" in die Irre geführt hat. Dabei ging es um eine Untersuchung gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.

McCabe wies dies zurück. Der Vorwurf sei Teil eines Angriffs auf das FBI und die US-Sicherheits- und Geheimdienste allgemein.

Andrew McCabe (picture-alliance/dpa/AP Photo/A. Brandon)

Ex-FBI-Vizechef Andrew McCabe nach mehr als 20 Dienstjahren gefeuert

McCabe war Anfang 2018 als Vizedirektor des FBI zurückgetreten und seitdem einfacher Beamter der Bundespolizei. Seit Anfang 2016 war er stellvertretender Direktor der Bundespolizei und auch in die Ermittlungen um die Einmischung Russlands in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 eingebunden. Er gehörte zu den ersten in den Reihen des FBI, die eine mögliche Zusammenarbeit von Trumps Wahlkampfteam mit Russland zur Beeinflussung der Wahl untersuchten.

Entlassung aus Pressemitteilung erfahren

Als Vizedirektor diente er unter James Comey, den Trump im vergangenen Mai gefeuert hatte. Hintergrund waren auch dort die Russland-Ermittlungen. Nach Comeys Entlassung stand McCabe loyal zu seinem Ex-Chef, was Trumps erheblichen Unwillen erregte.

Der US-Präsident hatte sich auch öffentlich wiederholt daran gestoßen, dass sich McCabes Frau für die Demokraten um einen Sitz im Senat des Bundesstaates Virginia beworben hatte und im Wahlkampf von der politischen Organisation eines Clinton-Freundes finanziell unterstützt worden war.

Einem Bericht der "New York Times" zufolge erfuhr McCabe in der Nacht zum Samstag aus einer Pressemitteilung des Justizministeriums von seiner Entlassung.

HF/ww (rtr, dpa, afp, dpa)

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