Nach dem Aus für Kepler: Wie geht es weiter? | Projekt Zukunft - Das Wissenschaftsmagazin | DW | 29.09.2013
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Projekt Zukunft

Nach dem Aus für Kepler: Wie geht es weiter?

Ein Gespräch mit Prof. Heike Rauer, Planetenforscherin am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

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DW: Frau Rauer, es soll 500 Millionen bewohnbare Planeten allein in unserer Milchstraße geben. Wie lange wird es dauern, bis wir den ersten dieser Planeten entdecken?

Prof. Heike Rauer: Hoffentlich nicht zu lange. Was wir heute wissen ist, dass sehr wahrscheinlich jeder zweite Stern, den wir am Himmel sehen, einen kleinen Planeten hat. Ob er bewohnbar ist, wissen wir leider noch nicht. Daran arbeiten wir noch hart.

Bewohnbar ist das Eine. Aber glauben Sie, dass wir auch Leben finden werden?

Ich denke schon. Solange es Leben ist, das so ähnlich ist wie das Unsere, werden wir es auch finden. Wenn es ganz anders ist, wird es schwer zu identifizieren sein.

Nach was würden Sie suchen?

Das ist eine sehr wichtige Frage, über die sich viele Leute Gedanken machen. Wenn Sie jetzt an uns beide denken: Wir atmen Sauerstoff, wir brauchen Sauerstoff zum Leben. Deswegen sagt man, ein Planet mit Sauerstoff wäre ein guter Indikator für Leben. Das ist etwas, wonach man suchen will. Das Problem ist, dass man Sauerstoff auch auf anderem Wege erzeugen kann. Man muss also immer schauen, ist es wirklich ein Zeichen für Leben - oder könnte sich Sauerstoff auch anders gebildet haben? Man schaut natürlich auch nach Wasser. Wasser ist nötig für das Leben. Außerdem muss man nach anderen Molekülen suchen - zum Beispiel Kohlendioxid - und nach ihrem Mischungsverhältnis.

Wenn sich das Leben auf diesem fiktiven Planeten jedoch anders entwickelt hätte als hier auf der Erde, dann hätten wir keine Chance, das zu entdecken?

Solange es so ähnlich ist wie auf der Erde, ist es machbar. Denken wir an Folgendes: Nach der Bildung der Erde hat sich auch gleich das Leben gebildet. Am Anfang war hier keine Sauerstoffatmosphäre, sondern eine Atmosphäre, die vom Kohlendioxid dominiert war. Das heißt: Alles, was die Erde in ihrer Geschichte schon einmal durchgemacht hat, danach könnten wir suchen.

Die Aliens, die da vielleicht sind, könnten dann durchaus ganz anders aussehen. Die müssen nicht zwei Beine und zwei Arme haben?

Sie können völlig anders sein. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ähnliche biologische Prozesse, wie wir sie auf der Erde haben, auch eine Rolle spielen, so dass wir dann deren Signaturen sehen können. Es ist allerdings sehr schwierig. Wie gesagt, viele Leute arbeiten daran, um am Ende zu sagen, was ein eindeutiges Signal wäre.

Am Anfang hat man sehr viele große Gasplaneten entdeckt. Jetzt sind die Methoden ein bisschen feiner geworden - wir finden auch kleine. Was ist ein typischer Planet in unserer Galaxie, in der Milchstraße?

Bleiben wir beim Sonnensystem: Unser Sonnensystem hat das Glück, dass alles geordnet ist. Wir haben die sogenannten terrestrischen Planeten, nach der Erde benannt. Das sind Gesteinsplaneten, also feste Oberfläche und eine Atmosphäre. Dann gibt es die großen Gasriesen, den Jupiter, den Saturn, und die kleinen Eisplaneten Uranus und Neptun.

Finden die sich da draußen wieder?

Die großen Gasriesen und die Eisplaneten, davon haben wir sehr viele gefunden. Wir haben auch sogenannte Super-Erden gefunden, das sind Planeten, die bis zu zehn Mal schwerer sind als die Erde. Was wir nicht gefunden haben, ist eine zweite Erde. Die Suche läuft.