Nach Buschbränden: Koalas vom Aussterben bedroht? | Wissen & Umwelt | DW | 18.02.2020
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Australien

Nach Buschbränden: Koalas vom Aussterben bedroht?

Die heftigen Buschbrände in Australien haben Millionen von Tiere getötet. Forscher befürchten, dass die Feuer aber auch langfristig Folgen haben: Koalas sind in manchen Regionen offenbar vom Aussterben bedroht.

Die Buschbrände haben den Koalas im australischen Bundesstaat New South Wales stark zugesetzt. Ersten Erhebungen zufolge sei die Population der Beuteltiere dort um 80 bis 85 Prozent gesunken, sagte Stuart Blanch von der Umweltschutzorganisation WWF bei einer parlamentarischen Untersuchung in Sydney.

"Auf der Grundlage unserer Informationen wäre ich nicht überrascht, wenn wir 10.000 Koalas durch Feuer und Dürre verloren hätten", sagte er den Abgeordneten. Einige Koalapopulationen in dem Bundesstaat könnten bis 2050 oder noch früher verschwunden sein. Durch Feuer, Dürre und Abholzung gehe wichtiger Lebensraum für die Beutelbären in New South Wales verloren, sagte die Biologin Kara Youngentob von der Australian National University. Populationen leben derzeit in verschiedenen australischen Bundesstaaten.

Koalas: In Teilen Australiens eine bedrohte Art?

Ein Expertengremium, das sich mit den Auswirkungen der Buschbrände auf die heimischen Tierarten befasst, hatte bereits vergangene Woche vor einer Zerstörung von Lebensräumen gewarnt. Die Experten forderten Notfallmaßnahmen und eine Strategie, um eine Erholung der betroffenen Gebiete zu erwirken. Im Januar hatte Umweltministerin Sussan Ley gesagt, dass die Koalas in Teilen Australiens möglicherweise zur bedrohten Art erklärt werden müssten.

Durch die Buschbrände (hier ein Foto vom 1. Februar) wurden mehr als 12 Millionen Hektar Land verwüstet

Durch die Buschbrände (hier ein Foto vom 1. Februar) wurden mehr als 12 Millionen Hektar Land verwüstet

Auch den Menschen haben die Feuer stark zu schaffen gemacht. Zwei Drittel der Australierer hat einer Studie zufolge die Auswirkungen der Buschbrände erlebt - das entspricht 18 Millionen Bewohnern. 14 Prozent der 3000 Befragten waren demnach direkt von den Feuern betroffen. Das heißt, ihre Häuser wurden bedroht, beschädigt oder zerstört, beziehungsweise sie mussten vor den Flammen fliehen, wie die Australische Nationaluniversität in Canberra mitteilte.

Folgen der Brände werden noch jahrelang spürbar bleiben

64 Prozent spürten die Folgen der Brände indirekt: Ihr Alltag wurde durch Rauch beeinträchtigt, sie mussten Reisepläne ändern oder hatten Freunde oder Bekannte, deren Häuser betroffen waren. Der federführende Wissenschaftler der Studie, Nicholas Biddle, sagte, viele müssten noch über viele Jahre mit den Folgen leben. Bei den Bränden sind seit September mehr als 12 Millionen Hektar Land verwüstet worden, etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands. Mindestens 33 Menschen kamen ums Leben. Tausende Häuser wurden zerstört. Einige Feuer brennen noch immer, starker Regen sorgte aber für eine Entspannung der Lage.

Bru/AR (dpa, afp)