Nürnberg findet das Glück | Fußball | DW | 02.02.2014
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Fußball

Nürnberg findet das Glück

Der "Club" gewinnt die Sonntagspartie in Berlin glücklich mit 3:1. Eine umstrittene Schiedsrichter-Entscheidung hilft den Nürnbergern. Bayern macht es beim 5:0 gegen Frankfurt noch gnädig.

In der Hinrunde, ganz klar, wäre das Spiel der Nürnberger in Berlin ganz anders ausgegangen. Da wäre der Club mit hängenden Köpfen vom Platz geschlichen. Gut gekämpft und doch verloren, hätte es geheißen. Aber seit Beginn der Rückrunde hat sich vieles geändert. Exemplarisch dafür die 90. Minute im Berliner Olympiastadion: Nürnbergs Torwart Rafael Schäfer muss beim Stand von 2:1 für sein Team weit aus seinem Tor eilen, um einen Ball von Adrian Ramos abzuwehren, der Abpraller gelangt zu Rafael, dessen Heber den Weg ins Tor gefunden hätte, doch Ondrej Petrak verhinderte das mit der Hand. Rote Karte, Strafstoß - klare Sache. Möchte man meinen, und Schiedsrichter Michael Weiner entschied genau so.

Rolle rückwärts dank des Linienrichters

Doch wenige Augenblicke später und nach Rücksprache mit seinem Assistenten reckte Weiner die Hand in den Berliner Nachthimmel, drehte dem Nürnberger Tor den Rücken zu und gab indirekten Freistoß für die Gäste. Nürnbergs Torwart Schäfer wusste schon auf dem Spielfeld, warum Weiner sich umentschieden hatte: "Ramos hat mich beim Zurücklaufen behindert, hat dadurch aktiv ins Spielgeschehen eingegriffen und im Abseits gestanden. Eine richtige und mutige Enscheidung." Berlins Manager Michael Preetz konnte Weiners Meinungsumschwung überhaupt nichts abgewinnen: "Wo wird Ramos aktiv?", fragte er nach Betrachtung der Fernsehbilder, "diese Entscheidung ist albern".

Fußball Bundesliga 19. Spieltag Hertha BSC gegen 1.FC Nürnberg

Markus Feulner jagt den Ball nach einem Abwehrfehler zum 1:1 in die Berliner Maschen

Verständnis für den Hertha-Ärger

Dass die Nürnberger quasi im Gegenzug dann noch nach einem unnötigen aber berechtigten Elfmeter durch Josip Drmic (90.) auf 3:1 erhöhten, passte ins Bild vom "neuen" "Club". Zuvor hatte Ramos die feldüberlegenen Herthaner in der 4. Minute in Führung gebracht, Markus Feulner (20.) und Drmic (68.) für Nürnberg getroffen. Nürnbergs Trainer Gertjan Verbeek brachte es nach der Partie auf den Punkt: "Das war sehr glücklich. Der Schiedsrichter hätte auch anders entscheiden können. Ich kann den Ärger bei der Hertha verstehen, aber wir hatten so viel Pech in der ersten Saisonhälfte, heute hat es sich umgekehrt."

Für die Nürnberger war das 3:1 in Berlin der zweite Sieg in Folge, nachdem sie die komplette Hinrunde als erstes Team in der Bundesliga-Geschichte ohne Dreier geblieben waren. Jetzt haben sie neue Hoffnung geschöpft, erstmals seit Monaten die Abstiegsplätze verlassen und dürfen sich auf die nächste Partie freuen. Am kommenden Samstag (08.02.2014) haben sie den FC Bayern zu Gast. Man möchte es kaum glauben: in den letzten Jahren gab es da zu Hause fast immer einen Punkt für die Nürnberger. Und jetzt, wo das Glück zurückgekommen ist, vielleicht ja sogar noch mehr.

Bayern eilt weiter von Rekord zu Rekord

"Wir werden schon im März Deutscher Meister", tönte es in der Schlussphase aus der Südkurve der Münchener Allianz-Arena. Da hatten die Bayern schon mit 4:0 gegen Eintracht Frankfurt geführt. Ein weiteres Tor durch Mario Mandzukic sollte noch folgen zum 5:0 (2:0)-Endstand. Und ganz so abwegig ist das gar nicht mit dem Titelgewinn noch weit vor Ostern. Denn die Bayern haben jetzt wieder 13 Punkte Vorsprung vor den Verfolgern aus Leverkusen, die alles andere sind als ein Verfolger.

Fußball Bundesliga 19. Spieltag FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt

Mario Götze (Nr. 19) ist längst in München angekommen. Gegen Frankfurt eröffnet er den Torreigen.

Denn die Münchener sind weiter in einer beängstigend guten Verfassung. Die Tore von Mario Götze (12. Minute), Franck Ribéry (44.), dem eingewechselten Arjen Robben (67.), Dante (69.) und eben Mandzukic (89.) drücken nicht im Entferntesten die Überlegenheit der Gastgeber aus. Tiagos 185 Ballkontakte schon eher - ein Rekord für die Ewigkeit in der Bundesliga, den bislang sein verletzter Teamkamerad Bastian Schweinsteiger mit 159 gehalten hatte. Und dazu diese Serie: Es war die 44. Meisterschaftspartie in Folge, die die Bayern nun ungeschlagen sind. Kurzum - die Frankfurter sind mit dem Ergebnis noch gut bedient, die Niederlage hätte auch zweistellig ausfallen können.

HSV im freien Fall

Bereits am Freitag hatte Borussia Dortmund mit 2:1 (1:0) bei Schlusslicht Eintracht Braunschweig gewonnen. Am Samstag besiegte 1899 Hoffenheim den immer schlimmer taumelnden Hamburger SV mit 3:0 (2:0), der FSV Mainz 05 schickte den SC Freiburg mit 2:0 (1:0) weiter Richtung Tabellenkeller und Hannover 96 ließ Borussia Mönchengladbach beim 3:1 (0:0)-Heimsieg keine Chance. Der FC Augsburg gewann mit 3:1 (1:1) gegen Werder Bremen schon sein fünftes Heimspiel in Folge, Schalke 04 schlug den VfL Wolfsburg mit 2:1 (1:0) und sicherte sich damit eine gute Position im Kampf um die Champions League-Plätze, während Bayer Leverkusen seinen zweiten Tabellenplatz mit einem 2:1 (1:0) gegen den VfB Stuttgart absicherte.

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