Mysteriöser Unfall in Peking | Aktuell Asien | DW | 28.10.2013
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Aktuell Asien

Mysteriöser Unfall in Peking

Im Zentrum der chinesischen Hauptstadt ist es zu einem rätselhaften Zwischenfall gekommen. Ein Auto ging in Flammen auf, mindestens fünf Menschen kamen ums Leben.

Nach Polizeiangaben raste ein Geländewagen in der Nähe des "Platzes des Himmlischen Friedens" (Tiananmen) in eine Menschenmenge, krachte gegen eine antike Steinbrücke vor der "Verbotenen Stadt" und ging in Flammen auf. Mindestens fünf Menschen seien ums Leben gekommen, weitere 38 Personen erlitten Verletzungen, teilten die Behörden mit.

Der Geländewagen sei durch den Fußgängerbereich gerast, sagte ein Augenzeuge, der nicht namentlich genannt werden wollte. "Ich habe eine Explosion gehört und dann ein Feuer gesehen." Paramilitärische Polizeieinheiten hätten den Umstehenden gesagt, sie sollten den Ort verlassen "und das Fotografieren einstellen". Zwei Reporter der Nachrichtenagentur AFP wurden vorübergehend festgenommen und Aufnahmen auf ihren Kameras zerstört.

Mao-Portrait und Polizeiabsperrungen am Tiananmen-Platz (Foto: Reuters)

Mao-Portrait und Polizeiabsperrungen am Tiananmen-Platz

Nach dem Auto-Brand stiegen dichte Rauchwolken in den Himmel auf - in unmittelbarer Nähe eines riesigen Porträts des kommunistischen Staatsgründers Mao Tse-tung. Auf der Homepage der Stadt Peking, qianlong.net, hieß es, unter den Toten seien der Fahrer und die beiden anderen Insassen des Fahrzeugs. Darüber hinaus seien eine Touristin aus den Philippinen und ein chinesischer Tourist getötet worden. Unter den Verletzten seien "viele Touristen und Polizisten".

Der Tiananmen-Platz ist weltweit als Sinnbild der politischen Macht in der Volksrepublik China bekannt und wird von Sicherheitskräften streng kontrolliert. Er war Schauplatz der Studentenproteste im Jahr 1989, die damals von der Armee blutig niedergeschlagen wurden. Das Areal unmittelbar vor der Verbotenen Stadt ist normalerweise für Autos gesperrt. Es ist bislang nicht bekannt, wie der Wagen hinter die Absperrungen kommen konnte.

In der Nähe liegt auch die Große Halle des Volkes, der Sitz des chinesischen Parlamentes. Wenige hundert Meter entfernt residiert Chinas Staatsführung auf dem abgeschirmten "Zhongnanhai"-Gelände. Die Verbotene Stadt gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und ist eines der meistbesuchten Touristenziele Chinas. Bis zur Revolution 1911 residierten dort die chinesischen Kaiser.

Spekulationen im Internet

Unmittelbar nach dem Unglück kursierten die ersten Fotos in Sozialen Netzwerken. Einige zeigen ein brennendes Auto an der Jinshui-Brücke, unmittelbar vor dem Eingang zur Verbotenen Stadt. Auf anderen Bildern bauen Sicherheitskräfte Absperrungen um die Unfallstelle auf. Mehrere Fotos von dem Zwischenfall im Internet wurden von der Zensur entfernt. Im Netz wurde der Vorfall auch umgehend debattiert. Es könne sich nicht um einen Autounfall handeln, hieß es in einem Eintrag. "Das war ein geplantes Ereignis."

wl/kle (dpa, afp)