Myanmars Junta lässt mehr als 1600 Gefangene frei | Aktuell Welt | DW | 17.04.2022
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Südostasien

Myanmars Junta lässt mehr als 1600 Gefangene frei

Eine Amnestie zum Neujahrstag hat in Myanmar Tradition - im vergangenen Jahr waren 23.000 Häftlinge freigelassen worden. Offenbar wurden in diesem Jahr aber nur Kriminelle und keine politischen Gefangenen amnestiert.

Myanmar Yangon | Neujahrsamnestie

Freunde und Bekannte warten erwartungsvoll vor dem Insein-Gefängnis in Yangon

1619 Gefangene, darunter 42 Ausländer, seien anlässlich des buddhistischen Neujahrsfestes "begnadigt" und freigelassen worden, berichtete das staatliche Fernsehen. Demonstranten oder Journalisten, die über den Militärputsch gegen die De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi vergangenes Jahr berichtet hatten, waren offenbar nicht darunter.

Menschen versammeln sich vor Gefängnis

Vor der Insein-Haftanstalt in Yangon versammelten sich rund 100 Menschen, die freigelassene Angehörige abholen wollten. Unter den Wartenden war auch eine Frau, die auf die Entlassung ihres 19 Jahre alten Neffen hoffte. Wegen Aufwiegelung gegen das Militär sei er zu drei Jahren Haft verurteilt worden, sagte sie. "Ich wünsche mir, dass alle Jungen freigelassen werden, auch mein Neffe. Sie waren alle unschuldig."

Myanmar Yangon | Neujahrsamnestie

Offenbar sind aber keine politischen Gefangenen freigelassen worden

Ein aus dem Insein-Gefängnis entlassener Insasse berichtete jedoch, "politische Gefangene und Demonstranten waren nicht unter den Freigelassenen". Nur Kriminelle seien auf freien Fuß gesetzt worden.

Keine fröhlichen Wasserschlachten

Die Freilassung von Gefangenen zum Neujahrstag hat in Myanmar Tradition. Im vergangenen Jahr waren auf diesem Wege 23.000 Häftlinge freigelassen worden. Während sich die Menschen in dem Land in den vergangenen Jahren bei den Feierlichkeiten fröhliche Wasserschlachten geliefert hatten, sind die Straßen dieses Jahr aus Protest gegen die Militärherrschaft vielerorts still.

nob/fab (afp, rtr)

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