Mutmaßlicher Sexualstraftäter nach öffentlicher Fahndung gefasst | Politik | DW | 27.03.2018
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Kindesmissbrauch

Mutmaßlicher Sexualstraftäter nach öffentlicher Fahndung gefasst

Der Mann soll über Jahre hinweg zwei Jungen immer wieder schwer sexuell missbraucht haben. Die Polizei veröffentlichte Fotos des Verdächtigen. Kurz darauf wurde er im Bundesland Nordrhein-Westfalen gefasst.

Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung von Fahndungsfotos hat die Polizei einen wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern gesuchten Mann gefasst. Der 45-jährige Verdächtige aus Viersen in Nordrhein-Westfalen wurde in der Nacht zum Dienstag in einem Hotel in Krefeld festgenommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mitteilte. Die Ermittler hatten zahlreiche Hinweise auf den Mann bekommen, der zwei Jungen missbraucht haben soll.

Spuren führen ins Darknet

Die auch als Zentralstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität agierende Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft und das Bundeskriminalamt hatten erst am Montag die Öffentlichkeits-Fahndung nach dem zuvor unbekannten Mann gestartet. Er soll seit Oktober 2014 zwei Jungen im Alter von etwa sieben und zehn Jahren schwer missbraucht haben, deren Identität zunächst nicht bekannt war. Im Dezember 2017 soll der Mann Aufnahmen davon auf einer kinderpornografischen Plattform im sogenannten Darknet veröffentlicht haben, einem nicht öffentlich sichtbaren Bereich des Internets.

Tausende Videodateien als Beweismittel

Insgesamt liegen den Behörden nach eigenen Angaben mehr als 3800 Bild- und Videodateien vor, die in einer Dachgeschosswohnung entstanden sind. Doch zunächst schlugen alle Versuche der Ermittler fehl, den Sexualstraftäter auf den Bildern und Videos zu identifizieren. Auch die Opfer und den Tatort konnten sie nicht bestimmen. Daher entschieden sie sich, Fotos des Mannes zu veröffentlichen.

Die Ermittler hätten schon wenige Stunden nach Beginn der Öffentlichkeitsfahndung "ganz konkrete Hinweise" auf den Mann gehabt, sagte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Alexander Badle. Sie seien sich "sehr schnell sicher" gewesen, den Verdächtigen identifiziert zu haben. Die Polizei suchte den Mann laut Generalstaatsanwaltschaft zunächst in seiner Wohnung in Viersen, wo er sich aber nicht aufhielt.

Öffentliche Fahndung ist umstritten

Im Zuge der danach eingeleiteten Fahndung wurde er demnach in dem Krefelder Hotel festgenommen. Er habe bei seiner Festnahme keinen Widerstand geleistet, erklärte die Behörde. Die Ermittler machten zunächst keine genaueren Angaben zu dem Verdächtigen. Oberstaatsanwalt Badle wollte sich auch nicht dazu äußern, ob der Mann nach seiner Festnahme bereits Aussagen gemacht hat.  

Die öffentliche Fahndung mit Täterfotos ist umstritten. Kritiker warnen vor der Gefahr einer Verletzung von Persönlichkeitsrechten. In großem Stil bedienten sich Ermittler der Foto-Fahndung etwa zuletzt im Januar bei der Suche nach mutmaßlichen Gewalttätern während des Hamburger G20-Gipfels vom Juli 2017.

tön/fab (afp, dpa)

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