Muslimbruderschaft keine NGO mehr | Aktuell Afrika | DW | 09.10.2013
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Afrika

Muslimbruderschaft keine NGO mehr

Neuer Schlag gegen Muslimbrüder: Ihre Partei ist schon verboten, nun wurde auch dem zivilgesellschaftlichen Ableger der bisherige Status entzogen. Amnesty International fordert derweil mehr Schutz für Ägyptens Christen.

Die ägyptische Regierung hat der Muslimbruderschaft den Status als Nichtregierungsorganisation aberkannt. Damit zogen die Machthaber die Daumenschrauben gegen die Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi weiter an. Zuvor war schon die Muslimbrüder-Partei verboten worden.

Ägyptische Staatsmedien berichteten, auch allen Organisationen, die den Muslimbrüdern zuarbeiten oder von ihnen finanziert werden, sei die Rechtsgrundlage als NGO entzogen worden. Mursi stammt aus der Muslimbruderschaft, er wird seit seiner Entmachtung an einem geheimen Ort festgehalten. Zuletzt hatte es am Wochenende Straßenschlachten zwischen Mursi-Anhängern und Unterstützern der Armee gegeben.

Tamarud tritt an

Die Tamarud-Bewegung, die im vergangenen Juni maßgeblich zum Sturz des islamistischen Präsidenten Mursi beigetragen hatte, kündigte an, zu den für Anfang 2014 geplanten Parlamentswahlen anzutreten. Das berichtete das ägyptische Nachrichtenportal "Ahram Online". Die Jugendbewegung hat allerdings bislang kein Programm. Auch ist sie noch keine Partei.

Amnesty für Kopten-Schutz

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warf der ägyptischen Militärregierung unterdessen vor, nicht genug für den Schutz der christlichen Kopten zu tun. Ein in London verbreiteter Bericht der Menschenrechtsorganisation sieht darin die Erklärung, wie es zu der Gewaltwelle der Mursi-Anhänger gegen Kopten Mitte August kommen konnte.

Amnesty fordert nun eine unabhängige Untersuchung. "Es müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, um religiös motivierte Angriffe auf Minderheiten zu verhindern", sagte die Nahost-Expertin von Amnesty, Ruth Jüttner. Schätzungsweise zehn Prozent der 80 Millionen Ägypter sind Kopten.

det/wa (afp, dpa, epd)

Audio und Video zum Thema