Museum Barberini in Potsdam beschreitet ″Wege des Barock″ | Kunst | DW | 12.07.2019
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Italienische Barockmalerei

Museum Barberini in Potsdam beschreitet "Wege des Barock"

Caravaggio und andere Barock-Maler gastieren jetzt im Potsdamer Museum Barberini. Die Schau "Wege des Barock" zeigt 54 Meisterwerke aus dem Palazzo Barberini und der Galleria Corsini in Rom.

"Es war seit unserer Gründung im Jahr 2017 unser Wunsch, mit der Sammlung unserer Namensschwester in Rom eine Ausstellung zu realisieren", sagte Museumsdirektorin Ortrud Westheider. Mit "Wege des Barock" zeigt das Museum Barberini in Potsdam nun vom 13. Juli bis zum 6. Oktober das Werk Caravaggios (1571-1610) und seiner Nachfolger.

Höhepunkt der Schau ist Caravaggios Werk "Narziss" (Artikelbild), das zwischen 1597 und 1599 entstand. Mit seiner Konzentration auf den entscheidenden Moment einer Erzählung schlug der Künstler neue Wege in der Kunst ein: Wie auf einer Bühne werden die Figuren durch schlaglichtartige Beleuchtung monumentalisiert.

In einem Saal des Erdgeschosses des Museums Barberini erstrahlt Pietro da Cortonas monumentales Fresko aus dem Gran Salone des Palazzo Barberini als Deckenprojektion. Der Palazzo Barberini birgt eine der wichtigsten Sammlungen römischer Barockmalerei. Zusammen mit dem Palazzo Corsini beherbergt er heute die italienische Nationalgalerie.

Außenansicht des Museum Barberini in Potsdam (Helge Mundt)

Das Museum Barberini in Potsdam

Impulse für die Malerei in Nordeuropa

Die Ausleihe der Bilder sei möglich gewesen, da die Ausstellung in der römischen Nationalgalerie gerade neu gestaltet werde, sagte deren Direktorin Flaminia Gennari Santori. "Caravaggio und sein Kreis haben Impulse für die Malerei in Nordeuropa gegeben."

Die Schau wird umrahmt von einem Italien-Festival in Potsdam. Die Besucher können nach ihrem Museumsbesuch einen Spaziergang zur italienisch inspirierten Architektur und Kunst in der Stadt und im Welterbepark Sanssouci unternehmen - mit dem Audioguide der Barberini-App, der von dem Fernsehmoderator Günther Jauch ("Wer wird Millionär") gesprochen wird.

Dazu gehört auch der wieder aufgebaute Palast Barberini in Potsdam selbst. Der preußische König Friedrich der Große habe sich eine italienische Piazza in Potsdam gewünscht und sich für den Bau des Bürgerhauses von einem Kupferstich inspirieren lassen, der den Palazzo Barberini in Rom zeigte, erläuterte Direktorin Westheider. Der Palast wurde bei einem Bombenangriff in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs im April 1945 zerstört und von 2013 bis 2016 vom Software-Milliardär und Kunstmäzen Hasso Plattner als Museum wieder aufgebaut.

sd/bb (dpa/Museum Barberini)

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