Mittelfeld-Duo verleiht Schalke Flügel | Sport | DW | 25.02.2018
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Fußball-Bundesliga

Mittelfeld-Duo verleiht Schalke Flügel

Max Meyer und Leon Goretzka haben mit ihren Leistungen ursächlichen Einfluss auf den Aufschwung von Schalke 04. Doch beide Personalien trüben die Schalker Freude ein. Manager Heidel stellt jetzt ein Ultimatum.

Fußball Bundesliga FC Schalke Leon Goretzka und Max Meyer (Imago/MIS)

S04-Traum-Duo vor dem Absprung: Max Meyer (l) und Leon Goretzka

Als die Partie gerade ein paar Minuten lang abgepfiffen war, bildeten die Spieler des FC Schalke 04 eine große Traube, klatschten sich ab und lagen sich nach dem 2:0-Auswärtssieg bei Bayer 04 Leverkusen freudetrunken in den Armen. Mittendrin waren auch Leon Goretzka und Max Meyer. Beide waren zwar zuvor von Schalke-Trainer Tedesco ausgewechselt worden und hätten womöglich Grund dazu gehabt, verärgert oder mindestens verwundert zu sein.

Zumal Meyer unmittelbar nach Wiederbeginn, nach 49 Minuten, vom Platz musste, was ein außergewöhnlicher Zeitpunkt für eine personelle Veränderung ist. „Die Einwechselspieler mussten sich noch richtig aufwärmen. Außerdem wissen wir nach Anpfiff, mit welcher Taktik der Gegner weiterspielen wird. So können wir  ihnen noch neue Informationen mit in das Spiel geben“, begründete der Coach der Schalker seine Maßnahme. Und auch Goretzka musste nach 66 Minuten das Feld verlassen. „Er hatte Schmerzen“, sagte Tedesco.

Flexibler Meyer

Fußball Bundesliga FC Schalke Leon Goretzka und Max Meyer (Imago/Jan Huebner)

Hat von seinem Manager ein Ultimatum gestellt bekommen: Schalkes May Meyer

Beide waren aber dennoch dabei, als ihre Mitspieler ihren Erfolg feierten, was viel aussagt über die derzeitige Stimmung beim Ruhrgebietsklub. Schließlich handelte es sich um einen bedeutenden Sieg der Schalker, der sich nach einer Schwächephase nun wieder zu einem ernst zu nehmenden Champions-League-Aspiranten gemausert hat. „Wir sind durch ein paar schlechte Spiele in der Tabelle abgerutscht, sind jetzt aber wieder topfit", sagte Guido Burgstaller, der mit einem spektakulären Treffer zum 1:0 den Auswärtssieg eingeleitet hatte. 

Das Duo Meyer und Goretzka spielt die wohl gewichtigste Rolle im Team der Schalker. Max Meyer hat in dieser Saison die Chance genutzt, seine spielerische Flexibilität unter Beweis zu stellen sowie seine taktischen Fähigkeiten zu beweisen. Der eigentlich gelernte offensive zentrale Mittelfeldspieler ist auf dem Feld nach hinten gerutscht und zieht nun unerwartet geschickt die Fäden in der Defensive. 6,54 Kilometer spulte Meyer in nur einer Hälfte gegen Bayer 04 ab, zeigte großes Engagement, musste dann aber aufgrund der Gefahr, eine gelb-rote Karte gezeigt zu bekommen, vom Feld.   

Schmerzhafter Verlust von Goretzka

Während Meyer die Saison konstant durchspielt, verfiel Offensivstratege Goretzka nach Jahresbeginn und dem Hickhack um seinen Wechsel zum FC Bayern in ein Formtief, was sich nachdrücklich auf die Leistung der Mannschaft auswirkte. Erst seit gut drei Wochen, nachdem ihm die Fans der Schalker nicht mehr mit Pfiffen bedenken, wenn er am Ball ist, findet auch der 23-Jährige zu seiner Form zurück. Auch Goretzka war gegen die Werkskicker fleißig, lief 8,26 Kilometer, startete immer wieder in die Tiefe und brachte seine Dynamik ins Spiel. Das Duo verleiht den Schalkern Flügel. 

Christian Heidel (picture-alliance/augenklick/R. Ibing)

Will endlich Klarheit im Fall Max Meyer: S04-Manager Christian Heidel

Allerdings könnte schon in den nächsten Tagen wieder ein grauer Schatten über die Jubellaune der Schalker fallen. Der Verlust von Goretzka, zumal dieser ohne Ablösesumme wechseln kann, schmerzt dem Klub sehr. Und auch der Vertrag von Meyer läuft am Saisonende aus. Auch er könnte ohne Ablöse den Verein verlassen.

Ultimatum von Manager Heidel für Meyer

Die Entscheidung über die berufliche Zukunft des 22-Jährigen fällt in Kürze. Zumindest, wenn es nach Schalke-Manager Christian Heidel geht. „Es soll jetzt zeitnah geschehen. Wenn er am drittletzten Spieltag kommen würde und den Vertrag verlängern wollte, dann wollen wir nicht mehr. Wir müssen die Saison jetzt planen“, sagte Heidel.

Meyer, auf diesen Umstand in den Katakomben der Leverkusener Arena angesprochen, konnte mit diesem Ultimatum wenig anfangen. Er wisse nicht so genau, was damit gemeint sei, bemerkte der Schalker Mittelfeldspieler. Ob er den Reizen der Schalker, die ihm einen gut dotierten Vertrag angeboten haben, verfallen wird, ist ungewiss. Allerdings dürfte sowohl Max Meyer als auch Leon Goretzka bis zum letzten Spieltag alles dafür tun, dass die Königsblauen ihr Saisonziel, das Erreichen des internationalen Wettbewerbs, erreichen werden. Gemeinsamer Jubel inbegriffen.

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