Mindestens vier Tote durch Taifun in Japan | Aktuell Asien | DW | 12.10.2019
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Wirbelsturm

Mindestens vier Tote durch Taifun in Japan

Ein starker Wirbelsturm ist mit sintflutartigen Regenfälle über Teile Japans hinweggefegt. Erstmals gaben die Behörden die höchste Warnstufe aus. Vier Menschen kamen ums Leben.

Japan Unwetter l Zerstörung durch den Taifun in Ichihara (Reuters/Kyodo)

Sturmschäden in Ichihara: Schon die Ausläufer des Taifuns sind bedrohlich

Ein außergewöhnlich heftiger Taifun hat Tokio und umliegende Regionen mit sintflutartigen Regenfällen überzogen und mindestens vier Menschen in den Tod gerissen. Dutzende wurden in den Sturmböen verletzt, mehrere Menschen galten zunächst noch als vermisst, wie das japanische Fernsehen berichtete. 

Die Behörden riefen 7,3 Millionen Menschen dazu auf, ihre Häuser zu verlassen und gaben wegen der Gefahr durch die Niederschläge für Tokio sowie sechs weitere Regionen erstmals die höchste Warnstufe aus. Am Abend (Ortszeit) wurde die Intensität des Wirbelsturms von "sehr stark" auf "stark" herabgestuft. Der Taifun zog nach Norden weiter. 

Japan Unwetter l Taifun Hagibis erreicht Tokio - Tama River (picture-alliance/Kyodo)

Die heftigen Niederschläge führten in Tokio zu Überschwemmungen

In Tokio trat der Tamagawa-Fluss über die Ufer. Auch andere Flüsse in der Region schwollen bedrohlich an. Stellenweise gingen Erdrutsche nieder. Ein Mann in der Provinz Gumma starb, als sein Haus verschüttet wurde. Ein anderer Mann wurde in Tokios Nachbarprovinz Chiba von einem umgestürzten Laster getötet. 

Manche Straßenzüge standen unter Wasser, Dutzende Häuser im Großraum Tokio wurden teils stark beschädigt. Die Behörden hatten gewarnt, dass Häuser in den starken Sturmböen einstürzen könnten. Manche Bewohner deckten die Dächer ihrer oft in Leichtbauweise errichteten Häuser vorsorglich mit blauen Plastikplanen ab, mancher verbarrikadierte die Fenster mit Brettern.

Erinnerungen an Taifun von 1958

Die Behörden hatten gewarnt, dass der Taifun mit Windgeschwindigkeiten bis zu 216 Kilometern pro Stunde Tokio und andere Gebiete im Osten Japans mit den schlimmsten Regenfällen seit jenem Taifun überziehen könnte, der 1958 mehr als 1200 Menschen in der Region das Leben gekostet hatte. Gemessen daran kamen die Menschen diesmal nach erstem Anschein glimpflich davon. Das genaue Ausmaß der Schäden war wegen der Dunkelheit jedoch zunächst unklar.

BDTD l Japan Taifun - Restbestand im Supermarkt (Getty Images/C. Spencer)

Die Menschen in Tokio versorgten sich vorsorglich mit Lebensmitteln

Das öffentliche Leben stand weitgehend still. Viele Kaufhäuser und Läden in Tokio und Umgebung blieben geschlossen. In manchen Geschäften der Hauptstadt waren Regale wie leergefegt, da sich viele Bewohner vorsichtshalber mit Wasser und Lebensmitteln eindeckten. Straßen und Bahnhöfe waren verwaist. Bahnbetreiber hatten rechtzeitig Einschränkungen des Verkehrs angekündigt. Fluggesellschaften strichen mehr als 1600 Inlandsflüge und rund 260 internationale Verbindungen. Auch die wichtigste Hochgeschwindigkeits-Zugverbindung zwischen der Hauptstadt Tokio und Nagoya wurde eingestellt.

Erdbeben wohl ohne Verletzte

Während der Sturm tobte, wurde Tokios Nachbarregion Chiba zudem von einem Erdbeben erschüttert. Die Gefahr eines Tsunamis durch das Beben der Stärke 5,7 bestand jedoch nicht, wie die nationale Meteorologische Behörde bekanntgab. Auch gab es keine Berichte über Verletzte.

Aus Sorge vor den drohenden Auswirkungen des Taifuns findet zudem die Formel-1-Qualifikation zum Grand Prix von Japan erst am Rennsonntag statt. Alle für den Samstag auf dem Suzuka International Racing Course geplanten Aktivitäten wurden abgesagt. Auch zwei Spiele bei der laufenden Rugby-Weltmeisterschaft in Japan finden nicht statt. Bis Sonntag dürfte der Taifun Richtung Norden abziehen.

wo/kle/AR/jj (rtr, dpa, afp) 

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